Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Die neue hebräische Litteratur
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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u mm Von I. <$ne hebräische Sprache, die inan im eigentlichen Sinne des Wortes zu den todten nicht zählen darf, hat in ihrem äußeren Schicksal große Aehnlichkeit mit der Thora, die in dieser Sprache niedergeschrieben ist. Es ist nämlich eine eigenartige Erscheinung, daß die heilige Lehre, die während des Bestehens des Reiches Juda-Jsrael im Volke niemals zu voller Geltung kommen konnte, später in dem babykonischen Exil Lebensnorm für den jüdischen Stamm wurde. Aehnlich erging es auch der nationalen Sprache Israels. Nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil konnte sie sich nicht lange als Volksspxache des jüdischen Stammes erhalten; sie wurde insbesondere in dem volkreichen Galiläa von dem aramäisch-syrischen Idiom verdrängt und zur Zeit des Untergangs des zweiten Reiches sprach man selbst in Jerusalem sehr wenig hebräisch. In der Diaspora hingegen wurde das Hebräische die Religions- und Litteratursprache der nach allen Windrichtungen zerstreuten und zersprengten Judäer, sie kam im gewissen Sinne erst dann zur Blüthe. Volkssprache blieb zwar in Babylonien, wo die Juden zahlreich wohnten, das Aramäische, in Palästina das Syrische, in Aegypten und in Kleinasien sogar das Griechische; aber als Religionssprache galt für die meisten Juden das Hebräische. Diejenigen Elemente, die das Hebräische als Religionssprache nicht bei-