Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Liebe und Gerechtigkeit in den Begriffen Gott und Mensch
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 1)
- Language
- German
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AieVe mb HerechiigKeit m bm HegrWir H>oLL mb Mensch. Von HervraM Hohen. 1. Das Problem der Attribute. <^in Gegenstand wird durch seine Eigenschaften erkannt; das Wesen, die Substanz durch ihre Attribute. So mußte auch die Erkenntniß Gottes bedingt erscheinen durch die Erkenntniß seiner Eigenschaften oder seiner Attribute. Die Lehre von den Attributen Gottes bildet daher ein hervorragendes Problem in der Religionsphilosophie des Mittelalters. Der Unterschied zwischen dem Glauben und der Erkenntniß wurde an der Bedingung der Attribute fühlbar. Von der Liebe zur Philosophie ergriffen, hoffte man den Glauben vertiefen und fester begründen zu können. Aber die Erkenntniß der Dinge ist an die ihrer Eigenschaften, die Erkenntniß der Substanz an die ihrer Attribute gebunden. Von diesen aber ist unsere Kenntniß beschränkt) wie die Mittel unserer Erkenntniß beschränkt sind. Gottes Wesen aber soll unbeschränkt und unendlich sein. Die Forderung der unendlichen Attribute widerspricht dem Begriffe menschlicher Erkenntniß. Also scheint die Erkenntniß.Gottes, sofern sie in der seiner Attribute gegründet ist, dem Begriffe menschlicher Erkenntniß zu widersprechen. Aber diese Schranke, welche sonach für die Erkenntniß gezogen wird, räumt nur eine scheinbare Erweiterung dem