Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 13)
- Language
- German
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34 Während der Revolution von 1789, P. M. Lonardo eine Skizze der Juden in Benevent, Kahan eine Studie über die vielerörterte Frage ob Maimonides heimlich dem Krypto- Muhammedanismus geduldigt habe u. a. m. Die englischjüdische Geschichte ist durch einen neuen Band der Transactions bereichert worden. Die hebräische Übersetzung von Steinschneiders Essay über die jüdische Litteratur, die H. Malter verständnißvoll unternommen, schreitet rüstig fort. Eine Geschichte der jüdisch-deutschen Litteratur hat Leo Wiener geliefert, ohne jedoch den Gegenstand irgendwie zu erschöpfen, ja für das Mittelalter sogar recht mangelhaft. Dagegen erschöpft die kritische Geschichte der Talmudübersetzungen von Erich Bischofs ihren Stoff fast vollständig. Aus der neueren Geschichte hat G. Kohn einen traurig charakteristischen Abschnitt herausgehoben, indem er das Leben seines Vaters Abraham Kohn, der bekanntlich in Lemberg als Märtyrer seiner Ueberzeugung gestorben ist, zum ersten Mal nach den Quellen geschildert hat. Seine Geschichte der evangelischen Judenmission, die in neuerer Auflage erschienen ist, hat I. de le Roy durch einen historisch-statistischen Versuch über die Judentaufen im 19. Jahrhundert und durch eine Biographie des Proselyten Jsacc da Costa ergänzt. Damit kommen wir eigentlich schon auf das Feld der Tagesfragen und Zeitinteressen, denn die beiden letzten Publikationen sind wohl kaum ausschließlich im Interesse der historischen Wissenschaft unternommen worden. Die Fragen, welche seit Jahren die Gemüther bewegen, sind auch in diesem Jahr auf der Tagesordnung geblieben, allerdings ist das Interesse nicht mehr ein so lebhaftes und auch von der Schärfe, mit der man jene Fragen hie und da beantworten geneigt war, ist wenig zu verspüren. Als das wichtigste und inhaltreichste Werk auf diesem Gebiete erscheinen mir die gesammelten Schriften von Emil Lehmann, die ein besonderes Comite in dankbarer Erinnerung herausgegeben hat. Der edle reine Geist, das poetische Gemüth des ausgezeichneten Mannes kommen in diesen Aufsätzen zur religiösen und politischen Zeitgeschichte zu voller Geltung. Emil Lehmann war einer der lautersten Vorkämpfer deutscher Gesinnung und jüdischen Geistes unter den deutschen Juden. Mehr in das