Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
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esrerme. Von <$nftax> Karxeles. ^Ksenn man nach der Zahl der in einem Jahre erschienenen Bücher den Zustand einer Literatur zn beurtheilen hätte, dann wäre die geistige Regsamkeit in unserem Kreise unzweifelhaft eine sehr große. Es sind im Berichtsjahre etwa 200 größere oder kleinere Werke erschienen, die sich mit der Geschichte und Literatur des Judenthums in älter und neuer Zeit beschäftigen. Aber ein solcher Schluß von der Zahl der Bücher auf deren Verbreitung würde ohne Zweifel ein Trugschluß sein. Denn alle diese Werke haben nur einen sehr kleinen Kreis. Es sind kaum fünf darunter, welche auf eine größere Lesergemeinde hoffen dürfen. Leider gilt dies in ganz besonderer Weise von den jüdischen Schriften. Die Arbeiten christlicher Theologen haben von vornherein ihr Publikum oder ihre Gemeinde, die Arbeiten jüdischer Autoren dagegen auf diesem Gebiete haben bisher leider weder ein Publikum noch eine Gemeinde. Die Autoren selbst sind meist auch die Leser; weitere Kreise verschließen sich dieser Litteratur fast vollständig. Es kommt nur selten vor, daß Jemand auf Empfehlung oder aus irgend welchen persönlichen Rücksichten oder gar aus Mitleid ein „jüdisches Buch" kauft. Wie Moritz Steinschneider schon vor 50 Jahren darüber klagte, daß die Fata libellorum gerade in der jüdischen Litteratur den weitesten Spielraum gewonnen haben, so ist diese Klage leider auch heute noch eine mehr als berechtigte. Ja, man kann noch weiter gehen, und fast alles, was Steinschneider