Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 158 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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158 sie — wohl aus übelangebrachter Sparsamkeit, um ihre Truppenmacht möglichst zu verringen — in dieser Wachsamkeit später nach und so konnte im Jahre 1904 der entsetzliche Krieg, der den Türken fürchterliche Opfer auferlegte, wieder entbrennen. Noch im Jahre 1907, als er einer Einladung des ottomanischen Museums folgend, einige Wochen in Konstantinopel weilte, um neue sabäische Erwerbungen dieses Museums zu sichten und zu katalogisieren, benützte die türkische Regierung diese Gelegenheit, um Glaser über die Verhältnisse in Jemen zu befragen. Wenig bekannt wird es auch sein, daß es Glaser war, der vor 9 Jahren die erste Anregung zum Bau der großartigen Hedjaz — oder Mekka-Bahn gab. Allerdings hatte Glaser sich die Ausführung anders — nämlich durch Beziehung europäischen Kapitals — gedacht und man wird zugeben müssen, daß die Art, wie die Türken das Geld beschaffen — bekanntlich in der Hauptsache durch freiwillige Spenden aus der ganzen muslimischen Welt — für die türkischen Interessen vorteilhafter sein mag. Dies beseitigt aber nicht die Tatsache, daß ohne Glaser dieses höchst bedeutende Werk wohl noch lange hätte auf'sich warten lassen. Aber nicht nur der Türkei, sondern auch seinem Vaterlande und indirekt auch dem verbündeten deutschen Reiche leistete er wesentliche Dienste, namentlich während seiner Beschäftigung in den Konsulaten in Tunis (1881) und Aegypten (1882) und auch später noch vermittelst seiner nusgedehnten Personen- und Sachkenntnis auf den Gebieten des Orients, und wenn dereinst die Staatsarchive das Material aus den letzten 27 Jahren zugänglich machen werden, dann wird vielleicht derName Eduard Glaser in Verbindung mit mancher Tatsache genannt werden, die heute noch unbekannt ist und die der treue Mann als Geheimnis — ein Geheimnis vor Jedermann, auch den ihm am nächsten Stehenden — mit ins Grab nahm. Auch sonst war er durchaus nicht der Typus des -einseitigen Gelehrten. Sein kräftiger Körper, seine hohe Gestalt machte ihn