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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 150

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Eduard Glaser
Date
1909-01-01
Page
150 (sequence 16)
Language
German
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ISO Kenntnissen er wußte, und bat ihn um seine sachverständige Unterstützung. Er und seine Schiffsoffiziere waren in peinlicher Verlegenheit — die natürlich vor den übrigen Schiffspassagieren möglichst verheimlicht werden mußte. Nach den Fahrtberechnungen mußte man eine Insel zur rechten Seite erblicken — aber man sah sie nicht; endlich kommt die Insel in Sicht, aber nicht zur rechten, sondern zur linken Seite. Man war vom richtigen Kurs abgekommen — das stand außer Zweifel. Die Gegend war durch ihre Korallenriffe bekannt und gefürchtet; man mußte jeden Augenblick darauf gefaßt sein, daß das Schiff aufstoße und ein Leck bekomme. Da war denn dem Kapitän begreiflicher Weise daran gelegen, durch einen Unparteiischen feststellen zu lassen, daß die Schiffsleitung keine Schuld trage. Glaser Prüfte denn auch, während man jeden Augenblick ein Scheitern befürchtete, an der Hand aller astronomischen Hilfsmittel, Logarithmentafeln u. s. w. in aller Ruhe, aber doch so rasch als möglich die Fahrtberechnungen nach, fand sie richtig und bestätigte dies in einem kurzen Protokoll. Die Schiffsleitung war also der Verantwortung überhoben: Offenbar hatte eine unberechenbare Meeresströmung das Schiff vom richtigen Kurse abgebracht. Man fuhr mit aller Vorsicht, möglichst langsam, bis inan in eine sichere Gegend kam, wo der Kapitän erleichtert aufathmen konnte. Aber ungleich gefährlicher noch sind selbstverständlich die Reisen in Südarabien selbst, namentlich im Innern des Wilajets Jemen. Von den Schwierigkeiten und Gefahren der Märsche in diesem Alpenland, dessen Hauptstadt Sana in einer Höhe von 2210 m (also nicht viel weniger hoch als der höchste Gipfel des Deutschen Reiches, die Zugspitze!) liegt, wo überdies gute Straßen zu jener Zeit fast vollständig fehlten, kann sich der Europäer kauin eine Vorstellung machen. Gar oftmals wurden diese Gefahren durch die feindliche Bevölkerung noch vermehrt. Es kam vor, daß eine Truppenabteilung, die ein

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