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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Eduard Glaser
Date
1909-01-01
Page
148 (sequence 14)
Language
German
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148 Mit großer Mühe erreichte Glaser vorerst wenigstens, daß sein Bleiben zunächst in der Hafenstadt Hodeida, wo er fast sofort nach seiner Landung zum Ueberfluß von heftiger Fieberkrankheit befallen wurde, sodann in Sana wenigstens geduldet wurde. So mußte er fast ein Jahr lang in Sana verweilen, ohne, wie er wünschte, auf wissenschaftliche Entdeckungen ausgehen zu können. Doch für Glaser war auch dies keine verlorene Zeit. Konnte er auch nicht das Land bereisen, an Stoff zur Arbeit fehlte es ihm nicht. So richtete er auf der Terrasse seines Hauses, das er gemietet, 'ein förmliches astronomisch-meteorologisches Observatorium ein und verarbeitete das Material, das er hierbei sammelte. Er war es, der zuerst die genaue geographische Lage der Stadt Sana feststellte. Außerdem zog er von auswärtigen Arabern, die in die Stadt kamen, Erkundigungen über alle Gegenden der Halbinsel ein und begann so den Grund zu seinem reichhaltigen kartographischen Material zu sammeln, das hoffentlich in nicht zu ferner Zeit zu einer die bisherigen Arbeiten weit überbietenden Karte Arabiens verarbeitet werden wird. Außerdem konnte er sich mit aller Muße die Mundart von Jemen aneignen, die ihm schließlich zur zweiten Muttersprache geworden ist. Zwar beherrschte er auch die übrigen arabischen Mundarten, namentlich die von Tunis, Aegypten und Syrien, aber doch nicht so ungezwungen, meisterhaft, wie die südarabische. In München verkehrte er später viel mit einem christlichen Araber aus Syrien. Als dieser einst nach langer Zeit wieder mit einem Verwandten aus seiner Heimat zusammentraf, fragte letzterer erstaunt: „Was für ein Arabisch sprichst du? Ganz anders, als bei uns daheim. Ein solches Arabisch habe ich nur einmal von einem Südaraber gehört." „Das habe ich in München gelernt," erwiderte der andere, „von meinem Freunde Dr. Glaser." Natürlich kam Glaser — obwohl er ohne Schädigung seiner wissenschaftlichen Zwecke seine Zugehörigkeit zum Judentums nicht betonen konnte — auch mit den dortigen

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