Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Unsere Familien Chronik
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 134 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Am 14. März 1815 am 2.^Adar ist mein hochverehrter Vater nach kurzem Krankenlager infolge eingetretener Altersschwäche in seinem 82. Lebensjahr sanft entschlafen, an seinem Sterbebett waren zugegen mein Bruder Feibisch und Ahron, Benhein. und ich, wie sämtliche Mitglieder der hiesigen Gemeinde. Er hafte letztere zum Abschied eingeladen, er ließ dann denselben einen Mischebeirach machen, bat alle Anwesenden um Verzeihung, so er ihnen, etwas zu Leide getan hätte, gelobte 2^/2 Th. für die Armenbüchse und vermachte sein noch übriges Vermögen an barem Gelde den Armen. Mein sel. Vater war ein streng rechtschaffener redlich gesinnter Charakter, als Gemeindemitglied hat er die Lasten der Gemeinde über seine Vermögensverhältnisse gleich den Reichen getragen, obgleich er nicht reich an irdischen Gütern war, so war er mit seinem Teil zufrieden, und wenn wir Kinder ihm Vorwürfe machten, daß er über seine Verhältnisse ginge, so beruhigte er uns, daß es gut sei, Ihr werdet alles wieder bekommen. Gott wird für euch streiten, ihr aber schweigt! Ihr werdet weiter kommen und es wird euch zu Teil werden hier in der Gemeinde, die da größer werden wird, in Ehren zu wohnen. Gott hat das auch in Erfüllung gehen lassen. Wir hatten alle 2 Häuser außer David, der infolge der Kriegsereignisse seinen Wohnsitz in Ohsen aufgeben mutzte und nach Hameln übersiedeln.