Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Unsere Familien Chronik
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 133 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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- 133 - deutsche Volk z.u schaffen, da kam die Nachricht von Napoleons Rückkehr in Frankreich.' Die Mächte, der Kaiser von Rußland, Oesterreich und Preußen, und der von England, wie die anderen deutschen Fürsten beschlossen, Napoleon wieder zu vertreiben und Ludwig den XII. wieder einzusetzen. Am 16. Juni griff Napoleon den General Wellington mit 130.000 Mann bei Bellealliance und dies war seine besten. W. konnte ihm nur 60.000 entgegensteüen und doch mutzte Napoleon das Schlachtfeld verlassen und ergriff die Flucht, nun wollte N. mit seinen Getreuen nach Amerika, dahingegen wurden sie von einem englischen Schiff aufgegriffen und gefangen genommen, er wurde nach der Insel St. Helena gebracht, unter strenger Bewachung von Seiten Englands. Nun verlor auch sein Schwager Murat seine Krone, er ging nach Corsica, woselbst er von einem Bauer einen Schlag auf den Kopf erhielt und sogar die Frauen fielen über ihn her, bis er eines Tages vom Kriegsgericht erschossen wurde. 1815. (Es ist zu bewundern, mit welchem Interesse unser Chronist alle Zeiten verfolgt, da er als Jude ja nur geduldet war und bewährt sich das Sprichwort des lateinischen Dichters: Ich bin ein Mensch, und so glaube ich, datz nichts, was den Menschen betrifft, für mich eine fremde Angelegenheit ist.) 1807 wurde Bachein als Lehrer und Schauchet angestellt. Er bekam 20 Th. Gehalt freie Kost, bis seine Frau kam, woselbst er alsdann 110 Th. bekam, mutzte sich selbst beköstigen und nachdem bekam er 150 Th. und habe ich für mein Teil 8l/B Th. gezahlt, den Rest Gumpel, Meyer, Aron, Leib, Jakauf, Moses, Michel, Feibisch Nenndorf, David?Bekedorf, Zodeck Lindhorst, Rumpert Aplen, Jakauf Hohnhorst. Auf einmal kündigt er uns mitten im Gottesdienst, wir könnten uns nach einem andern Schauchet umsehen, er würde Bal te keie in Hannover, er kam aber beschämt zurück, weil er nicht bestanden. Aus Rachmones nahmen wir ihn wieder. (Rodenberg, ein Städtchen, welches einst zum Kurfürstentum Hessen gehörte, seit 1866 zum Besitz Preußen übergegangen, liegt in einem Thal von schönen Bergen umgeben in einer reizenden Natur, welche wohl nicht ohne Einfluß auf die Entwickelung des in Rodenberg geborenen Dichters Julius Levy, der später unter dem pseudonymen Namen Julius Rodenberg geschrieben, geblieben ist. Ich glaube, dessen hier Erwährung zu tun, da ja einst 7 Städte um die Ehre gestritten, der Geburtsort Homers zu sein. Unser Jtzig bewohnte anfangs ein kleines Haus, welches jedoch, als seine Familie sich vermehrte, zu beschränkt wurde, er kaufte daher ein großes hübsches dicht an einem kleinen Fluß (Aue) genormt mit einem großen Garten. Was nun die jüdische Gemeinde anbetrifft, so bestand dieselbe aus 80 contribuirenden Mitgliedern, im Laufe der Jahre wanderten einige Mitglieder nach Amerika aus. Mehrere verzogen nach größeren Plätzen. Die Jüdische Gemeinde war in jeder Beziehung eine feine religiöse, welcher jetzt (1893) verwaist dasteht.)