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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 131

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Unsere Familien Chronik
Date
1909-01-01
Page
131 (sequence 22)
Language
German
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131 Wetter verhindert, da karn er Donnerstag vor seiner Abreise nach hier, hielt in Schul erne schöne Rede und sprach ein Dankgebet für seine von Gott in Nenndorf erlangte Gesundheit. Wir mein Bruder Feibisch und Ahron und ich Jtzig sandten ihm als den Präsidenten des israelitischen Consistoriums eine deutsche Schrift, in welcher wir ihm unsere Verehrung ausdrückten und unser Lehrer Herr Sußmann Cohn eine solche in hebräischer Sprache. Diese Adresse wurde ihm denn auf einem grün und gold gestickten Kissen überreicht und Zwar von drei in weiß gekleideten jungen Mädchen, nämlich meine Tochter Marianne, meine Nichte Pesche (Betti), Tochter meines Bruders Feibisch und Nichte Caroline, Tochter meines Bruders Ahron, Caroline hielt eine angemessene Anrede. Unter ihnen befand sich auch mein Neffe Behrend, Sohn Ahrons, der eben Barmizwoh geworden, der seine Drösche vortrug. Unser Präsident war über alles dieses sehr gerührt, kurz darauf wurden die 4 Kinder auch von ihm beschenkt und zwar bekam Behrend eine silberne Medaille, Caroline ein hübsches Nähkissen, Marianne eine Reihe gelbe Perlen, Betti dito. Uebrigens hat er sich gegen Arme und Reiche freundlich und liebreich benommen. Den Armen hat er ansehnliche Geldgeschenke gemacht. Der Aufenthalt in Nenndorf hat ihn recht befriedigt und gab er am Tage seiner Abreise ein Tractament vielen Kurgästen, wozu auch einige Herrschaften von hier geladen waren. Das Essen hatte Zahn geliefert, an Wein und Musik hat es nicht gefehlt.- Es hat ihm über 100 Th. gekostet, er hat während seiner Kurzeit sich von Gottschalk speisen lassen (koscher). Im Mai 1813 sind viele französische Truppen durchmarschiert. an 20000 Wagen beladen mit Furage. Korn und Brot, dabei viele Ochsen und Kühe, der Zug ging nach Magdeburg. Bon neuem hatte der Krieg zwischen RuffeN und Franzosen begonnen. Preußen -war zu den ersteren getreten, wie auch Oesterreich. Viele Schlachten fanden im Juli statt und kosteten auf beiden Seiten viel Menschenleben. Im Oktober marschierten Kosacken nach Cassel und vertrieben den König von Westfalen und verjagten das ganze westfäliche Corps. 14 Tage darauf kehrte Hyronimus nach Cassel zurück und da wurden viele Bürger der Stadt hart bestraft, weil sie dem König keine Hilfe geleistet hatten. Kaum hatte er sich wieder in Cassel festgesetzt, als er von den Schweden, Preußen und Rüssen abermals verjagt wurde. Der erste General von Preußen war Blücher, der der Russen Janetschek, die waren es, unter deren Führung Kassel gewonnen wurde. Diese marschirten nun nach Hameln, preußisch Minden in der Richtung nach Holland. Ende Oktober wurde auch das Land Hannover nach früherem Fuße wiederhergestellt unter von Bremen und unter von Decken. Auch der Kurfürst von Hessen kehrte nach Cassel zurück, da war großer Jubel und Feste. Auch wir Juden brachten das Hanaussen-Teschuo Gebet mit Musik nach der Synagoge zum Wochen-Abschnitt Thelaudaus. Den folgenden Tag, Sonntag, feierten die Christen den Tag seiner Rückkehr, die» National-Garde zog mit Musik zur- Kirche, abends war Illumination und Ball. 9*

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