Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 33 (sequence 16)
- Language
- German
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33 Lücken sie ergänzt, und deshalb dürste sie für die Textkritik besonders wertvoll werden. Der Fund soll aus den Trümmern von Akmin stammen. Wie dürftig nimmt sich all diesem Regen und Schaffen in der Bibelliteratur gegenüber das aus, was auf jüdischem Gebiete in diesem Jahr geleistet wurde? Wir haben die Klage oft erhoben — und andere mit uns — daß gerade dieses Gebiet von den jüdischen Gelehrten sehr arg vernachlässigt wird. Leider vergebens! Es müssen wohl innere Gründe vorliegen, die unsere strebenden und schaffenden Geister gerade vor dieser Beschäftigung mit der Bibelliteratur fern halten. So sind es auch diesmal wieder nur einzelne Versuche, das Verständnis des A. T. zu erschließen, die aus unseren Kreisen hervorgegangen sind. Die wertvollste dieser Arbeiten ist wohl das Werk: Babel und Bibel von S. Funk, (erste Serie der Monumenta Talmudica) in dem alles sorgfältig zusammengestellt ist, was in Talmud, Midrasch und der älteren rabbinischen Literatur sich über Babylon vorfindet. Daran schließen sich am besten die Arbeiten von S. Schiffer, Keilinschriftliche Spuren der in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts von den Assyrern nach Mesopotamien deportierten Stämme (zehnStämme), von M. Schorr, Altbabylonische Rechtsurkunden aus der Zeit der I. babyl. Dynastie. Die Resultate seiner Studien über den Pentateuch hat A. B. Ehrlich mit gewohntem kritischen Scharfsinn zusammengestellt; Oscar Goldberg versucht den Nachweis, daß die fünf Bücher Moses ein Zahlsystem bilden, dessen Grundzahl sich unmittelbar aus dem Namen I. H. W. E. ergebe. Dieses Zahlensystem zeige sich zuerst in dem sachlichen Inhalt, durchsetze sodann den ganzen Stil bis in seine subtilen Feinheiten, greife auf die Architektur der Absatz- und der Verseinteilung über, regele die Worte, bestimme die Zahl der Buchstaben und trete sogar in ihrem natürlichen Zahlwerte hervor, während die Zusammensetzung dieser Faktoren wiederum das feste Prinzip einer Zahl erkennen lasse. Eine sehr wertvolle Studie zur Geschichte des Accentsystems hat Hugo Fuchs in seiner Arbeit: Pesik — ein Glossenzeichen, geliefert. Ano- 8