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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 163

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
David Honigmanns Aufzeichnungen aus seinen Studienjahren (1841/5)
Date
1904-01-01
Page
Seite 163 (sequence 31)
Language
German
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163 Lagerleben, in das ich nun, wenn auch nur als untergeordneter Kampfgenosse in Reih und Glied mit eintrat, in dem jeder Tag in dieser oder jener politischen Zeitung ein kleines Scharmützel auszufechten gab, hat, wie jede gymnastische Uebung, einen unbezweifelt günstigen Erfolg für Stärkung der dabei in Tätigkeit tretenden Kräfte; es wird aber auch leicht zum handwerksmäßigen Schlendrian, der von tieferer, geistiger und wissenschaftlicher Sammlung abhält und eitle Klopsfechterei erzeugt. Darum fühlte ich mich auch oft genug nicht eben ganz wohl bei diesen aphoristischen und stückweisen Arbeiten, das wie ein Leben aus der Hand in den Mund keine eigentlichen geistigen Ersparnisse für die Zukunft aufkommen ließ. Mein literarischer Prinzipal hatte nach vielen Seiten hin mit Buchhändlern und Zeitungen allerlei Verbindungen, teilweise wurde er auch —wie ich mutmaßen durfte — aus dem von dem Minister Arnim eingerichteten offiziellen Preßbureau inspiriert. Doch bekam ich wenigstens niemals die Aufgabe auch nur eine Zeile in antiliberaler Richtung zu schreiben, was ich auch schwerlich im gewünschten Sinne zu Stande gebracht hätte. Im Gegenteil sind verschiedene Berichte von mir über öffentliche Angelegenheiten von den Zensurbehörden in den Provinzialstädten, für deren Zeitungen jene bestimmt waren, beanstandet und zurückgewiesen worden, wovon ich noch die Beweisstücke in Händen habe. Vornehmlich hatte ich für die erwähnte Monatsschrift Rezensionen oder literarische Uebersichten zu schreiben; auch selbständige kleine Schriften im Sinne einer religiös-reformatorischen Propaganda verfaßte ich, unter Anderen zwei Heftchen eines dieser Tendenz in novellistischer Form dienenden Büchleins mit dem Titel „Wie ich gläubig wurde", das besonders meinen Breslauer Freunden damals sehr wohl gefiel, weil es, neben der freien Gesinnung, von dem warmen Anhauch einer poetischen Anschauung durchweht war. Auch diese Schrift trug meinen Namen nicht. Die erste Arbeit die ich unter meinem Namen veröffentlichte, war ein literarhistorischer Essay „Die deutsche Belletristik als Vorkämpferm der Judenemanzipation". Ich schrieb diesen Aufsatz, der wiederum das tonangebende Thema aber aus ganz anderem Gesichtspunkte behandelte, wenn ich mich 11»

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