Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- David Honigmanns Aufzeichnungen aus seinen Studienjahren (1841/5)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 1)
- Language
- German
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Kaviö HomgwLMS Attf^eichnMgen aus feinen HinZienjahren (1841^). Herausgegeben von ^r. K. Hravn. Einleitung. ^avid Honigmann war ein Landsmann Wilhelm Freunds und Samuel H.oldheims. Er wurde in Kempen (Posen) am 15. August 1821 geboren. Seine Vaterstadt beherbergte damals die viertgrößte Judengemeinde des preußischen Staates. Unter 4192 Einwohnern lebten in jenen Tagen dort 3556 Juden. Sie legten einen besonderen Wert darauf, ehemals zu Kleinpolen gehört zn haben nnd sahen mit einer gewissen Verachtung auf die großpolnischen Nachbargemeinden herab, deren Mitglieder ihnen im Durchschnitt als einfältig und beschränkt erschienen*). Beim Talmudstudium, das in jenen Tagen hier wie anderweitig noch in hoher Blüte stand, wurde hier ungleich mehr auf Witz und Schlagfertigkeit als auf Tiefe und Gründlichkeit des Wissens gesehen. Wenn dabei Geist, Gemüt und Charakter nicht ganz verdarben, so war es, wie Honigmann glaubte an sich selbst erfahren zu haben**), wesentlich dem Umstande zuzuschreiben, daß in dem in der Ursprache überlieferten Inhalt der heiligen Schriften trotz des verwahrlosten Dialekts, in *) Graetz, Gesch. d. Juden XI. 2, S. 512. 's*') „Aus einem Knabenleben vor fünfzig Jahren" (Liebermann, Jahrb. für 1884), S. 39.