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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 89

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 89 (sequence 55)
Language
German
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89 Ob es zunächst wahr ist, wie nach Plinius behauptet wird, daß zur Zeit der Perserkriege ein gewisser Osthanes die orientalische Magie nach Griechenland verpflanzt hat, ist insofern von geringem Belang, als die griechische Religion schon früher voll von Zauber und Zauberwirkungen war. L. Georgii stellt die zahlreichen Stellen bei Homer zusammen, in denen Zauberwirkungen und Götterzwang, also operative Magie, vorkommt. Der fremde Einfluß beschränkt sich daher nur auf weitere Befruchtung einheimifcher Keime. Die Religion der Griechen zeigt sich schon ganz ursprünglich als Magie, sowohl nach Seite des Bestrebens, Erkenntnisse, die der Mensch nicht hat, auf dem Wege des Zaubers zu erlangen, als auch durch Zauberkunst auf die göttlichen Mächte einen Einfluß zu üben. Als die griechische Religion sich weiter entwickelte und die Naturgötter zu idealen Menschengestalten umwandelte, denen mehr ethische als magische Bedeutung zukommt, reagierte der magische Hang des Volkes in den Mysterien, in den bacchischen und phrygischen Kulten, ebenso darin, daß er Dämonen ohne Zahl schuf. Namentlich durch den Kult der unterirdischen Götter löste sich die Religion ganz „in zauberische Sühne und Lustralweihen auf."*) Auch die Philosophie hat darin nichts geändert. Zum Teil waren ja unter den Philosophen selbst Solche, die man ebensogut Zauberer und Magier nennen kann, wie Pythagoras und Empedokles, zum Teil ließen sie durch den Umstand, daß sie Dämonen statuierten, die eigentliche Grundlage des Aberglaubens bestehen. Die Behauptung ferner, daß die Magie wohl in Hellas Eingang gefunden, aber durch die Staatsgesetze bestraft wurde, ist unerweislich. Es gab eine Anklage auf Asebie, aber keine auf Magie. Nicht minder erhob sich zwar die Mantik im Orakel des delphischen Apoll zu einem Analogon der Prophetie, aber es fehlte auch hier nicht der magische Naturhintergrund, dieBetäubung der Pythia durch Erddämpfe, begeisternde Quellen und ähnliches. Daneben blieb in voller Bedeutung die sogenannte technische y Georgii a. zuletzt a. O. Bd. IV, S. 1384—1387.

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