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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1904-01-01 · 7 (1904) · p. Seite 36

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
7 (1904)
Article
Der Mosaismus und das Judentum
Date
1904-01-01
Page
Seite 36 (sequence 2)
Language
German
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36 gewissen Grade nicht blos entschuldbar, sondern unbedingt erforderlich machte?') Manche Absätze der Abhandlung lagen in mehrfacher Rezension vor, von welchen die in den Context am besten sich einfügende ausgewählt werden mußte, an manchen Stellen zeigte sich eine den Zusammenhang unterbrechende Lücke, welche durch anderswohin versprengte Nachträge ausgesüllt werden mußte. Selbstverständlich aber ist dabei mit möglichster Treue und Behutsamkeit verfahren worden nach dem Grundsatz: nichts dazu und nichts davon! Dr. p. Lckltein. I. Einleitung. Man kann mich vielleicht schon bei der Überschrift festhalten, und die Frage tun: Was weißt Du vom „Mosaismus"? Kennst du nicht die Resultate der neuern Bibelkritik, nach welcher erst die späteren Propheten Hosea, Amos, Micha, Jesaias die Schöpfer des reinen Monotheismus sind und das, was Moses geleistet haben soll, in durchaus ungeschichtlichem Nebel sich verliert? Ich werfe diese Frage selbst auf, weil ich, im Begriffe, die spezifische Differenz des Mosaismus vom Heidentum zu zeichnen, meine Skizzierung unabhängig machen will von dem Meinungsstreite über die Entstehungszeit der biblischen Bücher. Ich könnte demnach die ganze Frage von mir weisen, indem ich sage: Ich verstehe unter Mosaismus die durch Propheten entstandene Religion Israels. Aber ich möchte es nicht, ohne zu zeigen, welche unlösbaren Rätsel die Kritik sich selbst aufgiebt, wenn sie meint, das auserwählte Werkzeug Gottes, den Moses, eliminieren zu können. Es hat lange gedauert, so etwa meint man, ehe es in Israel zu einem reinen Monotheismus gekommen ist. Der ist anzutreffen in den Propheten, welche die Reformation des Josias angebahnt, nicht aber früher. Auch die Verehrung des einzigen Gottes, die offenbar ja schon früher in Israel herrschend war, kann man in vorjesaianischen Zeiten nur eine monolatrische nennen, nicht aber eine monotheistische. Wir können uns die Unterscheidung zwischen Monolatrie und monotheistischer Weise, die Religion *) Die Quellenangaben sind größtenteils von der Hand des Herausgebers.

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