Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
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31 dem noch einen Band über Rabbiner und Schriftsteller in Amerika; die berühmten jüdischen Staatsmänner und Mäcene hat M. H-Friedlander in einem populären Buche geschildert; die geistvolle Darstellung, die Matthias Ach er von einem Denker und Vorkämpfer der jüdischen Renaissance, von Achad ha-Am gegeben hat, darf hier nicht übergangen werden. An die Geschichte und Litteraturgeschichte schließt sich am passendsten der Bericht über den fünften Band der Jewish Encyklopädia an. Auch dieser Band enthält wieder eine Fülle von historischen, littcrarischen und biographischen Artikeln, die sehr wichtig sind, wie die über die Geschichte der Juden in Amerika von Braun, über Ägypten von Or. Max Miller und Gottheit, über England von Jacobs, über Frankreich von Israel Levy, über Erziehung von Güdemann, über Eschatologie und Essäer von Köhler, über Ethik von Emil G. Hirsch, über Gnosticismus von Ludwig Blau u. a. Mit diesen beiden Aufsätzen sind wir nunmehr in das Gebiet der Religionsphilosophie und Ethik eingetreten, auf dem nicht viele, aber einzelne sehr wertvolle Arbeiten zu registrieren sind. Ich nenne vor allem die Schrift von M. St eckelm ach er über das Prinzip der Ethik vom philosophischen und theologischen Standpunkte aus, eine interessante und anregende Schrift, die alle ethischen Systeme hervorragender Denker erörtert und zu wichtigen Ergebnissen vom Standpunkt des Judentums aus -gelangt. Mit dem Lehrinhalt des Judentums beschäftigen sich die beiden Schriften von Claude Montefiore über den „Liberal judaism» und von Morris Joseph: »judaism as Life and Creed"; in hebräischer Sprache hat S. Halpern in dreizehn Vorträgen die Dogmen des Judentums erörtert. Auch die Schrift von A. Tänzer: Judentum und Entwickeluugslehre gehört in dieses Gebiet, obgleich sie sich hauptsächlich mit den Resultaten der Forschungen Delitzsch's beschäftigt. Mehr geschichtlich ist die Arbeit von I. Kramer über das Problem des Wunders bei den jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters. In inniger Verbindung mit dem eben Besprochenen steht das Gebiet der Predigten, dem wir uns nun zuwenden. Ich erwähne vor allen die drei ausgezeichneten Festreden von B. Ziemlich in Nürnberg, Der Kampf um die Bibel und