Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5663
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 drücken Finnlands und der Armenier — und seine Plehwe und Pobjedouoszenr nebst ihren -Unterbeamten und Polizeisubjekten können stolz aus die Originalität ihres Austretens sein. Das russische Heer, das nur durch die rumänischen Verbündeten bei Plewna vor schmählicher Niederlage seitens der Türken gerettet wurde, erntet billigere Lorbeern gegen wehrlose Juden und Jüdinnen! Nur die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben offen ihren Abscheu gegen die Schandtaten von Kischenew ausgesprochen, wie sie es schon früher bei ähnlichen Gelegenheiten getan haben, und wie sie noch im vergangenen Jahre gegen die Mißhandlung der Juden in Rumänien protestierten. Der amtliche Vertreter der großen Republik hat in St. Petersburg die Petition überreicht, in der die Bnei-Brith Nordamerikas, unterstützt von vielen Christen, den Zaren um Aufrechterhaltung von Duldung und Gerechtigkeit angingen. Die Annahme dieser Petition ist von Rußland selbstverständlich verweigert worden. Aber wir dürfen sagen, daß der Eindruck, den sie hervorbrachte, doch stark genug war, um eine noch weitere Ausdehnung der Verfolgungen zu verhindern. — Inzwischen haben die Verhandlungen gegen die Kischinewer Plünderer und Mörder von neuem begonnen; auch das ist durch die Entrüstung der ganzen zivilisierten Welt, und zumal Nord-Amerikas, der russischen Regierung abgetrotzt worden. Diese hat zwar Anordnungen getroffen, um die Wahrheit, daß die Greuel von ihren eigenen Werkzeugen ausgingen, zu unterdrücken; aber dank dem Mute einiger Rechtsanwälte ist diese Wahrheit doch an den Tag gekommen, und aus denn Munde beeideter Zeugen von größter Autorität, ja der in die Enge getriebenen Anstifter unter den Beamten selbst wissen wir jetzt urwiderleglich, daß die russische Regierung mtb nur diese das zwischen Christen und Juden bis dahin bestehende gute Einvernehmen zerstört und dann die Massen gegen die Israeliten durch Verbreitung lügnerischer Anschuldigungen und erdichteter kaiserlicher Befehle ausgestachelt, Polizei und Soldaten den Mordbuben zur Verfügung gestellt hat. Selbstverständlich nahm die Auswanderung aus Rußland unter der Einwirkung der erwähnten Vorgänge in beträcht-