Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 7 (1904)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5663
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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MM lick anf öas Hahr ZßöZ. Von Kartin GtzMMoit. ZDs ist eine Tatsache, daß die meisten Christen — und leider auch viele Juden — sich nicht an den Gedanken gewöhnen wollen, die Juden könnten den steten Beeinträchtigungen und Kränkungen, die sie um ihres Glaubens und um ihrer Abstammung willen zu erdulden haben, auch einmal etwas Anderes als passive und schweigende Unterwürfigkeit entgegensetzen. Man will ihnen großmütig erlauben, den Arm vor das Gesicht zu strecken, um die Ohrfeigen möglichst zu vermeiden, aber ihn zu erheben, um den Schlag zu parieren oder wiederzugeben, hält man für ein schweres Unrecht. Erst vor kurzem hat der bekannte jüdische Rechtsanwalt aus Halle, der sich als Schriftsteller Benedictus Levita nennt, und der vor zwei Jahren durch sein Plaidoyer für Kindertaufen so unliebsam von sich reden machte, die Zurücksetzung der Juden in Preußen eingehend geschildert und sie als eine schwere Verletzung von Verfassung und Gesetz gekennzeichnet. Diese Tatsachen sind aber nur der Ausdruck weit verbreiteter unfreundlicher Gesinnung den Juden gegenüber, die man als Fremde, und zwar als mißliebige Fremde, behandeln möchte. Sie sind aus allen studentischen Korps, Burschenschaften und Landsmannschaften ausgeschlossen. Die „freien" Vereinigungen, die dagegen begründet wurden, haben bald alle christlichen Mitglieder verschwinden sehen, und sind tatsächlich i