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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 211

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Simon Eichelkatz
Date
1903-01-01
Page
Seite 211 (sequence 54)
Language
German
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2L1 Khilleversorger,SaulFeuerstein, derPleitegeher und ihr sauberer Anhang und daneben Dr. Krakauer, Dr. Ehrlich und Genossen. Und leider war das typisch für das Gemeindeleben jener Tage. Armselige Khilles! Und doch, mich bewegten die Erinnerungen aus jener Zeit auf diesem Boden, wo ich jetzt hin verschlagen bin. Statt des Landes der Sonne, in welchem der große Ahne meiner seligen Urgroßmutter in Brody, Dr. Abarbanell, seinem Herrn diente, die schwarze oberschlesische Kohle, und die Winde der Beskiden; statt mit Gelehrten und Künstlern, Verkehr mit den rohen Elementen hier, statt anmutender Thätigkeit, Sektionen, Vertiefung in den Geisteszustand von Mördern, Meineidigen u. s. f., das der gesamte Dienst . . . aber ich habe doch etwas, das mir inneres Genügen gewährt, Simon Eichelkatz. Gestern sagte er mir: „Was der Herr Rabbiner für die Allgemeinheit gethan, als er in diese verschwarzte Khille kam, reicht aber noch nicht heran an das, was er jedem Einzelnen gab. Im Jahre 1849 kam er her, bald nach der großen Revolution. Kurz vorher war er noch beim König gewesen, mit einer Deputation aus dem Herzogtum Posen, er war früher Rabbiner in Unruhstadt, um den „allerunterthänigsten Dank" auszusprechen für die den Juden gewährleisteten Rechte. Sie können sich denken Herr Kreisphysikus, wie das den Leuten hier imponierte, ein Row, der beim König war, ein Row, der hochdeutsch redete und ein Doktor war. Wie sie ihn einholten mit seiner Rebbezin, bis Kandrzin waren sie ihm entgegengefahren, hat sich was gethan. Herr Doktor Krakauer, mit Respekt zu melden, war damals grade im zweiten Jahr Roschekol und Alles, was wahr ist, er hat ihn hergebracht und darauf bestanden, daß ein akademisch gebildeter Row kommt, aber wie er hat gesehen, daß dieser selbständig war und nicht nach seiner Pfeife tanzen wollte, ist er geworden sein größter Feind. Damals aber hat er gehalten die Willkommensrede in Kandrzin und sind im Wagen zusammen hergefahren, der Rabbiner und die Rebbezin und Doktor Krakauer, mit Respekt zu melden und der Gold- und Silberwarenhändler Manasse, der gewesen ist zweiter Vorsteher. Ein ordentlicher Mann. So sind sie hereingekommen und die ganze Khille war vor der Wohnung des ’ 14*

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