Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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155 alle Neuigkeiten zu hören wird erfreuen den alten. Ihnen befreundeten Berlin, 2. Januar 1885. Zunz. 98. Auf Ihren freundlichen Brief antworte ich nur wenige Worte, da das Schreiben und Lesen mir sauer wird und mein armes Leben nichts Interessantes zu gewahren hat. Von mir zu erzählen muß ich Andern und Gesunden überlassen. So spricht heute der alte Freund Berlin, 18. März 1885. Zunz. 99. Geehrter Freund! Da ich Alter nicht viel mehr leisten und auch nicht viel schreiben kann, so wollen Sie es entschuldigen, wenn ich Ihre freundlichen Briefe nur mit wenigen Reihen beantworte. Von dem Schlumiel, den Sie erwähnen, weiß ich nichts, kümmere mich auch um keinen mehr, ausgenommen den 1 2מלאך המות) und 2משיח) [Um] Antisemitisch, da es schon seit 3 4 פרעה) arbeitet, kümmere ich mich nicht. Neunzig Jahre alt und ungesund, ist mir sogar ein Engel nicht bequem. Bleiben Sie gesund und jung, werden Sie reich und mächtig und behalten Sie in gutem Andenken den alten Freund Berlin, 18. Mai 1885. Zunz. 100*). Ein alter Kranker taugt nicht zum Briefwechsel; wenn ich erst wieder gesund und jung bin, schreibe ich mehr. Bleiben Sie gesund und nehmen meine wenigen Zeilen mit Nachsicht auf. Ergebenst Zunz. *) Todesengel. 2) Messias. 3) Pharao. 4) Die beiden folgenden Briefe sind Anschriften an Briese der Nichte vom 1. November 1885.