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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 149

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1903-01-01
Page
Seite 149 (sequence 30)
Language
German
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149 entnommen; obgleich mein Aufsatz auch in den gesammelten Schriften (Bd. 1, S. 60 bis 85) gedruckt ist, werde ich doch, nicht genannt. Der jüdische Verein hier, der seine Schrift verbreitet, ist auch still geblieben, so daß der Ignorant und Judenfeind berühmt gemacht und ich vergessen werde. Hoffentlich wird die Antisemiten- Pest bald sammt der Reaction an der Pest untergehen. Die Juden überleben alle diese Mißgeburten und sind dem Leben und dem Wissen nutzbringend. Von mir habe ich nichts zu melden; ich leiste nichts mehr und bin eigentlich nutzlos; daß ich nicht Rothschild bin, thut mir auch wegen Herzberg leid. Jetzt ist Zeit, daß ich diese wenig erfreulichen Zeilen beendige. Bleiben Sie gesund, grüßen Sie die Braut und lassen Sie bald von sich hören den Ihnen achtungsvoll ergebenen Berlin, 25, Februar 1881. Zunz. 86. Wenn ein Freund Hochzeit macht, soll man ihn nicht be- Helligen: so habe ich denn nahe ein Vierteljahr Sie mit meinen, ohnehin wenig bietenden Briefen verschont. Da aber die Zeit ׳herannaht, in welcher Sie wiederum reisen wollen, so sende ich Ihnen ein Brieflein, um Ihnen wenigstens zu sagen, daß Ihre Leiden Briefe mich erfreut haben: Freilich in einer einmaligen kurzen Reise erschöpft man die Schätze Italiens nicht. Die. . . . Mntisemitenj gehen früher unter als Israel, ja selbst als das neunzehnte Jahrhundert; die eigentliche Barbarei ist in den russischen Ländern zu Hause: hoffentlich wird dieser Barbarenstaat bald rn vier Theile getheilt. Hier wird noch kein Jude beraubt oder tot geschlagen; höchstens schreibt ein Steckbrief (vom 7. April d. I.): ״Nase: jüdischer Typus". Kommt dies im neuen Testamente vor? Ich führe ein langweiliges Leben; verkürzen Sie die lange Weile durch einen baldigen Besuch sammt der Frau Gemahlin, der ich mich empfehle. Stets der alte. Ihnen achtungsvoll ergebene Berlin, 4. Juli 1881. Zunz. 87. Kaufmann an Zunz. Hochzuverehrender Herr Doctor! Spät hat die ungarische Post Ihren Brief mir nachgeschickt, für den ich Ihnen herzlich danke. Am 9. oder 10. d. M. hoffen wir auf der Heimreise Berlin zu berühren und Sie zu besuchen. Da meine Ferien nur bis zum ersten September währen und ich

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