Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 6 (1903)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 2)
- Language
- German
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121 ich bin Nachmann in der Ersatzreserve — habe ich mich entschlossen nach Paris zu gehen, um die Bibliothek und die Ausstellung, daneben wohl auch die Stadt kennen zu lernen. So bin ich nach Theologe, aber niemals werde ich in die Niedrigkeit einstimmen, die zu Steinen statt zu Gründen greift, wenn man ihr mannhaft Unangenehmes ins Gesicht sagt. Ich habe Sie bereits inständigst um Ihre Ansicht über das Verhältniß von Judenthum und Bibelkritik gebeten. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, die mir freilich immer bestritten wurde, ist Wehe uns, wenn wir auf den Buchstaben bauen und den Wert unserer Lehre in das Alter ihrer Urkunden und Einrichtungen setzen. Vielleicht widert Sie dieses Gerede an. Was geht die Wissenschaft das Leben an? Aber —. Nun, von der Classicität der Darstellung abgesehen, hat Vieles mich überrascht, Manches aber mich irregemacht Das Wägen und Zählen gewisser Ausdrücke, ich möchte das Ihre statistische Methode nennen, scheint mir für die Kritik keine genügende Wahrscheinlichkeit zu geben. Bei der Armut des überkommenen Sprachgutes, bei der Willkühr des Stiles, wie soll da ein vorkommender oder fehlender Ausdruck etwas beweisen? . . . . ." — S. 170. Der erste Satz des 12. Briefes ist eine Antwort auf eine längere Bemerkung Kaufmanns (vom 18. Juni 1875), die mit den Worten beginnt: ״Es ist unglaublich, von wie verschiedenen Seiten die Aufnahme von ״Bibelkritisches" bedauert wird." — S. 172, Anm. 2. Es ist.von Dukes, Schire Schlomoh I (Hannover 1858) S. IV, Z. 1 die Rede. Den ganzen Commentar von Äbn Sahal Jbu Tamim zum S. Jezirah hat jetzt eben M. Großberg (London 1901) herausgegeben. — S. 175, Anm. 1 erklärt sich aus Kaufmanns Aeußerungen in dem Briefe vom 9. Oktober 1875: ״Ich kenne einen deutschen Dichter, den Verfasser des Ahasverus, früher Redakteur der Deutschen Zeitung, der für Sie und Ihre Werke, wiewohl er dem Judenthum nicht sehr hold geblieben ist, die innigste Verehrung empfindet rc." und vom 19. November 1875: ״Der Verfasser des Ahasverus heißt S. Heller und lebt in Wien .... Der sonst vortreffliche Mann verfolgt die sonderbare Schwärmerei, die Juden für das Verständniß des Christenthums zu gewinnen ..." Vgl. noch S. 175, Anm. 5. — Aus dem letzteren Brief geht auch hervor, daß Direktor Lazarus derjenige war, der in einer Vorlesung gelegentlich die dem R. Ascher zugeschriebene oder untergeschobene Responsensammlung citierte. — S. 177, Anm. 1 ist ״vermuthlich" nach dem Briefe vom 14. Januar 1876 zu streichen. — S. 182 ־ Die Andeutung über die ״preußischen Exeellenzen" im 27. Briefe, Zeile 2, erklärt sich aus Kaufmanns Bemerkung in seinem Briefe vom 20. März 1877: ״Als ich jüngst Stephans sdes Generalpostmeistersj Vortrag las, der die Fremdwörter behandelt, merkte ich keine Bekanntschaft mit Ihren Deutschen Briefen und verfehlte darum nicht, ergebenst denselben darauf hinzuweisen. Ich erhielt die Antwort, daß er Auftrag gegeben habe, sie für die Bibliothek der Reichspost anzukaufen." — S. 183, Anm. 5 ist ״wohl" auf Grund des Kaufmann'schen Briefes vom 1. April 1877 zu streichen.