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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1903-01-01 · 6 (1903) · p. Seite 67

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
6 (1903)
Article
Das altjüdische Schulwesen
Date
1903-01-01
Page
Seite 67 (sequence 20)
Language
German
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67 lehrter den Brauch nur auf homiletische Weise begründen:"^) „Die Opfer, deren Vorschriften den hauptsächlichen Inhalt jenes Buches bilden, sind rein, und die Kinder sind rein; mögen die Reinen sich mit dem, was rein ist, beschäftigen." Wahrscheinlich stammte der Brauch aus den jerusalemischen Schulen, in denen die Kinder der priest erlichen Familien unterrichtet und zuerst in die Kenntnis der für sie besonders wichtigen Satzungen von den Opfern und vom Heiligthume eingeführt werden. HI. Aus einzelnen gelegentlichen Angaben, wie die eben besprochenen, stellt sich das ganze Material zusammen, das uns die Quellen für die nähere Kenntnis des altjüdischen Schulwesens darbieten. Einige besonders charakteristische dieser Angaben will ich mir gestatten noch vorzuführen. Als Stätte des Jugendunterrichtes diente in der Regel die Synagoge, während sich die Erwachsenen im Lehrhause zum Studium versammelten. Die Klagworte des Propheten^) über die von der Gasse und den Plätzen hinweggerafften Kinder und Jünglinge glossiert ein Prediger des dritten Jahrhunderts mit den Worten: aber nicht aus den Synagogen und aus den LehrhäusernDenn das Kind gehört in die Synagoge, der Jüngling in das Lehrhaus. In der hyperbolischen Schilderung der Hauptstadt Bar- Koch ba's, wo auch während der Belagerung die Thätigkeit der Schulen nicht feierte, findet sich folgende Angabe:^) In Bethar gab es vierhundert Synagogen; in jeder Synagoge wirkten vierhundert Lehrer und jeder Lehrer unterrichtete vierhundert Schulkinder. (Nebenbei bemerkt, wird in einer der Schulregeln Raba's, des babylonischen Gelehrten die Zahl von fünfundzwanzig Schülern als das Maximum der von einem Lehrer zu übernehmenden Unterrichtsleistung an- 63) Assi, Pesikta 606 Lev. r. e. 7, Pes. r. c. 16. 64) Jerem. 9, 20. 65) Echa r. zu 1,9 (Abba b. Kähana). ««) Gittin 58 a. ■)

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