Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Beim Patriarchen
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 61)
- Language
- German
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192 früher auch hochgestellte Persönlichkeiten verkehrt, auch Christen." „Das waren Original-Gojim, in der Wolle gefärbt. Rix wie er . . . un nix verwandt, zu Buß gesagt! Und wenn sie hergekommen sind, haben sie wolln die feinen Diners und den guten Champagner, direkt aus Frankreich. Ich kanns wissen, denn ich Hab' die Rechnungen bezahlt. Und die echten Cognacs und Cigarren mit Leibbinden. Kleinigkeit! Der Herr Kommerzienrath hats dazu. Was soll man da sagen? Lachen muß man und . . . und verachten muß man sie! Wenn sie gekommen sind und sich verbeigt haben und die Füße abgelaufen, wenn se Geld gebraucht haben. Viel Geld. Für Wohlthätigkeit und für Monumenter, und für Stiftungen und für allerlei... sogar für — Kirchen! Warum nicht? Dazu ist der Jude immer gut gewesen. Und nie Hab ich den Herrn Geheimrath abgerathen zu geben — er hört noch manchmal auf mein Wort, und wenn. er sagt, ,mit Eizes bin ich versehn, Elkisch/ so meint er nichts anders damit wie, was denken Sie von der Sache, Elkisch? Und ich Hab' immer gedacht; geben kann nix schaden und nehmen gewiß nix. Und wenn die andern gekommen sind, die Künstler, und haben der Frau Geheimrath von ihre Bilder erzählt und Büsten und haben sie in die Ateliers eingeladen und Musik gemacht für 1000 Mark den Abend und dann noch die Konzertbillete. Nie habe ich was dagegen gesagt . . . nur gedacht Hab' ich mir mein Theil und was der Herr Mendel Benas in Lissa, gesagt hätt', wenn er gesehn hätt', wo unser schönes Geld hinkommt. Aber wir sind so groß geworden, warum soll'n wir nicht geben? . ... Die Zeit is gekommen, wo se uns wiedergegeben haben, mehr als wir brauchen! Das war ganz gut! Nicht für den Einzelnen, denn der hat sich gekränkt, wie Dein Vater oder wie Friedheim und Freudenthal und alle die großen Leut' unter den Juden, aber den Andern hats genutzt, denn man hat sich besonnen, daß sie auch da sind, und man hat sich angefangen zu fühlen als das, was man ist, ein Jud!" Wenn Elkisch in Wuth gerieth, war ihm nicht so leicht beizukommen. Hugo ließ daher seine aus Entrüstung, Hohn