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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 174

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Beim Patriarchen
Date
1901-01-01
Page
Seite 174 (sequence 43)
Language
German
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174 fort mit Grazie. Ich kenne diesen Kriegsruf und bin heute nicht in der Stimmung, ihn wieder zu hören" ... Der Amtsgerichtsrath und der Baumeister waren ebenfalls aufgesprungen. „Ob Du ihn nun hören willst oder nicht," rief Freudenthal, „das ändert an der Sache nichts. Und wenn Du Dir auch Watte in die Ohren stopfst, dann machst Du Dich nur zeitweilig schwerhörig, aber um so lauter dröhnt dann der Posaunenton." „Es genügt mir vollständig, wenn ich auch nur zeitweilig nichts zu hören brauche." „Man kann sich das nicht so nach Wunsch und Bequemlichkeit einrichten," ironisirte Lesser. „Warum soll man es nicht können? Was sollte uns hindern, gemächlich beisammen zu sein statt dieser endlosen Dispute und erregten Debatten?" „Weil das Fremde unter uns war und wir unruhig sind, aufgeregt, nervös, wie die, die in Unrast leben und heimathslos." Aller Augen wendeten sich dem Sprecher zu. Die Damen, die stillschweigend dem Gespräch gefolgt waren, nachdem sie einige vergebliche Beruhigungsversuche gemacht hatten, und die Herren echauffiert vom Streit. Die Worte erklangen wie ans einer anderen Welt. Klagend, mahnend, warnend. Es war Dr. Rosenfeld, der sie ausgerufen hatte. Totenbleich saß der junge Mann da, wie erschreckt über seine unberufene Einmischung in den Familienstreit. Er und Hugo hatten sich wie während des ganzen Abends auch bei dem letzten Gespräch still verhalten, obwohl in ihren Mienen der Antheil zu lesen war, den sie daran nahmen. „Mein lieber Heinrich, auch Sie gehen zu weit," sagte unmuthig der Justizrath. „Da aber unsere Stimmung nun doch einmal verdorben und cs außerdem spät ist, so denke ich, wir brechen auf. Die frische Dezemberluft draußen wird uns abkühlen,, und wir gehen dann heim, um bei nächster Gelegenheit von vorne anzufangen." „Wir erwarten Euch Mittwoch zum Skat," sagte. Frau Baumeister Freudenthal.

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