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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 69

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Die Stellung der Semiten in der Weltgeschichte
Date
1901-01-01
Page
Seite 69 (sequence 24)
Language
German
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69 des Lebens übersatt nach dem Tode begierig ich ohne ihn je zu erhaschen, — wer diese Phantasie durch den Stamm Juda verwirklicht meinte der kennt die innere Heiterkeit und Herzensfreudigkeit nichts die unsere Väter in sich trugen und auf uns vererbten. Das laßt uns üben, was jedes Menschen ist: und wenn in uns noch semitisches Blut und Temperament ich nun so sei uns das eigen, daß wir das von Allen Geforderte mit semitischem Enthusiasmus thun. Die Jndogermanen stehen höher in Wissenschaft, Kunst und Politik: wir wollen willig und dankbar von ihnen lernen. Vielleicht gelingt es niemals wieder einem Juden, etwas in Kunst und Wissenschaft zu leisten, und vielleicht ist alles, was sie bisher hierin geleistet haben, wenig Werth. Wir wollen nur danach streben, daß wir unser Erbgut, unsere Religion, so erhöhen, wie die Cultur, welche die glücklichen Völker Hervorbringen, es ermöglicht, und können uns dann in dankbarer Gesinnung gegen alle diese Völker des Fortschrittes der Menschheit freuen. Auch die Phantasie von einem neidischen Dämon, der zu jedem Untergange jauchzt und sich jedem Aufgehen eines neuen Geistes hemmend anhängt, ist ein willkürliches Bild, zu dem unsere Väter nie gesessen haben, enthält einen Vorwurf, der unsere Väter nie getroffen hat und uns niemals treffen soll. Wir werden immer beten: Gelobt sei Gott! Gott gebe weiten Raum dem Stamme Japhet, gebe ihm Tiefe der Erkenntniß, Schönheit der Kunst, Freiheit und Recht, auf daß nach des Propheten Wort, wie das Meer voll Wassers ist, so die Erde voll Wahrheit werde. Nur daß uns alle jene Vorwürfe nicht treffen, darum wollen wir bemüht sein; sie abwehrcn, ist nicht so noch. Ob sie je verstummen werden? Ich weiß es nicht. Der Jude betet dreimal täglich: Mein Gott, bewahre meine Zunge vor Bösem und meine Lippen vor Trug. Gegen diejenigen, die mich schmähen, schweige meine Seele und sie sei wie Staub demüthig gegen Alle. Oeffne du nur mein Herz deiner Lehre und deinen Geboten strebe meine Seele nach. Thue es um deines Namens willen, hilf mit deiner Rechten und erhöre uns.

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