Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 28)
- Language
- German
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44 Weise gegen die thörichte Herausforderung eines Benedictus Levita in den Preußischen Jahrbüchern vorgeht. Die Mittel zur geistigen Hebung des Judenthums erörtert Max Hausmeister in einer geistvollen Schrift, die in allen betheiligten Kreisen gelesen zu werden verdient. Ein Werk, welches sicher die Zeitwirren überdauern und einen wichtigen Beitrag zur Kulturgeschichte liefern wird, ist das von August Scholz über die Juden in Rußland. In diesem Werke werden nämlich die Zeugnisse der Regierungen, Minister, der höchsten Würdenträger der Kirche, der berühmtesten Schriftsteller Rußlands u. A. über die dortigen Juden von einem Jahrhundert gesammelt und dieses Werk ist nun ein Ehrenzeugniß für das russische Judenthum geworden. Zuletzt doch nicht zuletzt sei hier die neue, stark vermehrte Auflage des Antisemitenspiegels allen Kämpfern für die Sache der Humanität und des guten Rechts als eine ausgezeichnete Materialsammlung warm empfohlen. Ich schließe meinen Bericht, indem ich noch am Ende auf die Leistungen unserer Litteraturgesellschaften einen kurzen Rückblick werfe. Der hebräische Litteraturverein Mekize Nirdamim hat in diesem Jahre außer einem spanischen Pentateuch-Kommentar den zweiten Theil eines wichtigen Werkes von Aron Hakohen aus Lunel, die Fortsetzung des Diwan von Jehuda Halevi, eine interessante Streitschrift von David Messer Leon, die Beiträge zur Geschichte der spanischen und portugiesischen Gemeinden in der Türkei enthält, sowie einen Sammelband mit verschiedenen geschichtlichen Abhandlungen herausgegeben. Die Publikationen der historischen Gesellschaften für jüdische Geschichte in England und Amerika erweitern immer mehr unsere Kenntniß dieser dunklen Partien der jüdischen Geschichte. Die amerikanische Publikation verbreitet Licht über die südamerikanische Inquisition, von der man bisher wenig gewußt hat, die englische über Menasseh ben Israel und seine Zeit. Die Jewish Publication Society hat ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Von ihren Publikationen kann ich keine citiren, da ich keine zu Gesicht bekommen. Die beiden hebräischen Litteraturgesellschaften in Warschau: Achiasaf und Tuschiah haben auch in diesem Jahre an Originalarbeiten und Uebersetzungen an Jugendschristen,