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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 38

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1901-01-01
Page
Seite 38 (sequence 22)
Language
German
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38 die von Gerhard Förster über das mosaische Strafrecht in seiner geschichtlichen Entwickelung, die von M. W. Rapoport über den Talmud und sein Recht, die vom Standpunkt der vergleichenden Rechtsgeschichte ausgehend zu sehr bedeutsamen Resultaten gelangt, und eine über das mösaisch-talmudische Eherecht, das Rabbi Ezechiel Landau in einem Gutachten auf Verlangen Kaiser Josef II. behandelte. Dieses Gutachten hat nun A. Kisch edirt und eingeleitet. Üeber die Medizin der Bibel hat der berühmte Kliniker W. Ebstein ein Buch herausgegeben, das wohl interessant ist, aber doch mannigfache Anfechtungen erfahren hat. Zur Geschichte der mittelalterlichen Philosophie sind nur zwei Arbeiten zu erwähnen. Salomon Fried's Ausgabe des Buches über die Elemente von Isaak Israeli und die Schrift von M. Worms über die Lehre von der Anfanglosigkeit der Welt bei den mittelalterlichen arabischen Philosophen des Orients und ihre Bekämpfung durch die arabischen Theologen. Auch eine Schrift von R. Knopping über Islam und Judaismus ist vielleicht hieran zu schließen. Von Lazarus^ Ethik des Judenthums ist in Amerika eine englische Uebersetzung erschienen, die mit Recht einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte; der zweite Band des großen Werkes dürfte im nächsten Jahre erscheinen. Daß auch die modernste Philosophie, die Friedrich Nietzsches, innerhalb der jüdischen Kreise begeisterte Anerkennung und Nachahmung finden werde, war vorauszusehen. Gleichwohl ist M. I. Berdyczewski, den man gern als einen Jünger N/s ausgegeben hat, ein durchaus eigenartiger und höchst interessanter Denker. Vier Sammlungen seiner philosophischen Essays, in denen er eine einschneidende Kritik der jüdischen Geschichte und Überlieferung giebt, sind im Verlage der „Zeurim" (Modernen) erschienen. Schon die Titel weisen einigermaßen auf den Inhalt hin; die erste führt den Titel: „An dem Scheidewege", die zweite: „Werthe", die dritte: „Auf der Tagesordnung", die vierte: „Nachwehen". Wie frei aber auch B. von jeder Tradition sich gemacht hat, durch alleseine Schriften geht doch eine innige Liebe zum Judenthum^ das er wie wenige genau kennt. Wir kommen nun zur Geschichte selbst. Der erste Plwtz gebürt natürlich dem großen Historiker, dessen Werke nbch

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