Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 4 (1901)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 10)
- Language
- German
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26 im alten Israel, von E. Schaefer eine Studie über das Passah-Mazzothfest nach seinem Ursprung und seiner Bedeutung im Zusammenhang mit der Kultusgeschichte, von Charles eine kritische Geschichte der Doktrinen des zukünftigen Lebens in Israel und im späteren Judenthum, von Spurgeon eine apologetische Abhandlung: Christus im alten Testament, und als Pendants dazu von E. Huhn den zweiten Theil seines Werkes über die messianische Weissagung des jüdischen Volkes, der sich mit den alttestamentlichen Citaten und Reminiscenzen im neuen Testament beschäftigt und von Schnedermann: Das Judenthum in den Evangelien. Besondere Anerkennung verdient die Ausgabe und Uebersetzung des vierten Esra-Buches von H. Gunkel, der uns ja auch schon in unserem Berliner Verein für jüdische Geschichte und Litteratur einen höchst interessanten Vortrag über dieses Thema gehalten und bei diesem Anlasse glänzende Proben seiner Uebersetzerkunst mitgetheilt hat. Das Hauptinteresse koncentrirt sich natürlich auch in diesem Jahre um die Fragmente des Ben Sira. Mit Recht hat man darauf den Vers des Buches angewendet: „Große Arbeit ist bereitet für jedermann". Noch ist der Streit über die hebräischen Funde zwischen Schechter und seinem Anhänge und Margoliouth und dessen Satelliten nicht beendigt, obwohl der Sieg sich immer mehr auf die Seite des Elfteren neigt; und schon kommen neue Funde, die von Schechter, dem unermüdlichen Elkan Adler, Israel Levi und M. Gaster mitgetheilt wurden und die Schechter's Ansicht bestätigen, für die schließlich auch die Autorität Nöldeke's eintrat. Gegenwärtig sind viele fleißige Hände am Werke, die Fragmente zu studiren, von den Fehlern und Interpolationen zu reinigen und zu übersetzen. Aber die Hoffnung auf weitere Schätze aus der Genizah zu Kairo ist noch lange nicht aufgegeben: ja es ist nicht unmöglich, daß wir bald einmal den ganzen hebräischen Ben Sira erhalten. Hieran mag sich eine Arbeit von Niese schließen, die mit gewohnter Akribie eine Kritik ber beiden Makkabäer-Bücher nebst Beitrügen zur Geschichte der makkabäischen Erhebung bietet. Eine Uebersetzung der Alterthümer und des jüdischen Krieges von Flavius Josephus, die Heinrich Clementz