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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1901-01-01 · 4 (1901) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
4 (1901)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1901-01-01
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 — Hellen in den Vordergrund getreten, so daß man entweder den Himmel oder statt dessen Sonne und Mond als das höchsteWesen verehrte. Eine solgende Stufe sei dann der sog. Henotheismus gewesen, ein höchster Gott neben vielen anderen niederen, von welchem die Israeliten zu einem mehr oder weniger reinen Monotheismus emporgedrungen seien. Mit Recht hat schon einer der gewichtigsten Gegner der modernen Bibelkritik, nämlich Fritz Hvmmel, in einem sehr werthvollen Vortrag über den Gestirndienst der alten Araber und die altisraelitische Ueberlieferung, den er in unserem hiesigen Verein für jüdische Geschichte und Litteratur am 5. December 1899 gehalten, darauf hingewiesen, daß diese Anschauung der Schule Wellhausens nur möglich sei, wenn man der altisraelitischen Ueberlieferung auf Schritt und Tritt Gewalt anthue, ja sie geradezu auf den Kopf stelle. Nach Wellhausen bietet die Anbetung von Steinen, Quellen und Bäumen eins der hervorragendsten Merkmale der altisraelitischen Religion, während der Sternendienst erst nach dem Fall Samarias in Israel eine Rolle gespielt und als Protest die Abfassung des fünften Buches Moses veranlaßt haben soll. Dagegen erhebt nun Hommel berechtigten Einwand. Er führt den Mond und die Sterne für die verleumdete Tradition an und hofft, daß auch diese ihr zu dauerndem Siege verhelfen werden. Bis dahin werden die Aufstellungen der sog. Pentateuchkritik über den Verlauf der israelitischen Geschichte und über die Aufeinanderfolge der theilweise ganz willkürlich und künstlich konstruirten Quellenschriften noch viel Gläubige anlocken. Ist doch der Meister selbst mit einer neuen Ausgabe seiner Prolegomena wieder auf den Plan getreten und hat seine Hypothesen, die er einst in glänzender Beweisführung vorführte, wiederholt und verstärkt, für die seine Anhänger mit einem Fanatismus ohne Gleichen „Alleinherrschaft" verlangen und die sie für „schlechthin unumstößlich" halten. Auf dem Boden dieser Forschungen bewegen sich die Kommentare und Uebersetzungen, die von protestantischen Gelehrten seit Jahren herausgegeben werden und von denen zwei Sammlungen, die von Nowack und von Marti wohl in kurzer Zeit zum Abschluß gelangen werden. Der Handkommentar zum alten Testament von Nowack hat

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