Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. 148

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Aus Salomon Munk's nachgelassenen Briefen
Date
1899-01-01
Page
148 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3111067-3111070-3111591--0527-3111785
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Von mm. In den Landschaften östlich von der Elbe ist innerhalb des deutschen Reiches Glogau sehr wahrscheinlich die einzige Stadt, in welcher Juden seit länger als sechs Jahrhunderten x) ohne Unterbrechung bis auf den heutigen Tag ansässig gewesen sind. Selbst als durch wiederholte Fürstentagsbeschlüsse die Juden aus ganz Schlesien vertrieben^) wurden, gelang eseinem reichen jüdischen Handelsherrn, für sich und seine beiden Schwägerinnen und ihre gesummte Klientel nicht nur das Wohnrecht zu behalten, sondern auch weitere außerordentliche Vergünstigungen zu erwerben. Dazu gehörte das Recht, überall in Schlesien „an Ort und Enden, Städten, Märkten oder Flecken nach Erforderung der Gelegenheit und Nothdurft mit Weibern, Kindern und Gesindern" zu wohnen und mit beliebigen Waaren Handel und Wandel zu treiben, die Zusicherung, mit Zöllen nur in gleichem Umfange wie die übrigen Landesbewohner beschwert zu werden, und vor Allem die Befugnis alle Religionsgebräuche in der Stille frei ausüben zu dürfen^). *) Vgl. Braun, Gesch. d. Juden in Schlesien, S. 16. 26u. Anh., S. I ff. — 2) Vgl. Braun, Geschichte d. Landrabbintas in Schlesien, S. 3. 5 u. 6. — 3) Die auf Pergament geschriebene, in rothem Sammetband prächtig ausgestattete Original-Konfirmation dieser Privilegien vom Jahre 1708 enthält HS 99 der Breslauer Seminar-Bibliothek

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.