Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- R. Naftali Cohen im Kampfe gegen Chajjun
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 25)
- Language
- German
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147 — den jungen Jakob, der nachmals unter dem Namen R. Jakob Emden mit dem Vater an Ruhm fast wetteifern konnte, als Schwiegersohn zu erwählen. Seit er aber seiner ansichtig geworden war, stand der Entschluß in ihm unverrückbar fest, den so viel verheißenden Jüngling an sein eigenes Haus zu knüpfend. 1716 ward die Feier der Hochzeit Jakobs mit Rachel, der Tochter R. Jakob Mordechai's, des Rabbiners von Ungarisch-Brod, der Enkelin R. Naftali Cohen's, in Breslau begangen. Kaleb Feiwel Pösing, d. i. Philipp Lazarus Hirschel, der Münzlieferant, in dessen Synagoge 2) der Bann über Chajjun ausgesprochen wurde, fungirte als Beistand des Bräutigams In die Seele des Jünglings, in dessen Ehebunde die Herzensverwandtschaft der beiden großen Kämpen aus dem Streite gegen Chajjun sich verkörperte, fiel in jenen Tagen ein Saatkorn, das nachmals in ungeahnter Weise aufgehen sollte. Er hatte den Vater und den neuen Großvater hier vor seinem Weggange von Breslau zum letzten Male gesehen, aber ihr Bild lebte unauslöschlich in seinem Gemüthe, um in der Stunde der Entscheidung vor ihm aufzutauchen und zu einem Streiter für die Sache des reinen und Einen Gottes ihn zu weihen, der, noch über die Väter hinauswachsend, das Uebel bis an den Ursprung verfolgte und im Kampfe gegen die Auswüchse und Uebergriffe der Kabbala nicht eher stehen blieb, als bis er an die durchgängige Heiligkeit und ungetheilte Echtheit der Sohar rührte und so die Axt an die Wurzel des Giftbaumes legte. Mag auch die eigene Ueber- .zeugung des Mannes nachmals die Jagd auf den überall gewitterten Sabbatianismus zur eigentlichen, mit Manie ergrifienen Aufgabe seines Lebens erhoben haben, die Wurzeln dieser Leidenschaft reichen jedenfalls in den Boden angeerbter Instinkte, eingefleischter Ueberlieferung hinunter. 1) Zb. p. 39. 2) Vgl. M. Brann, Jüdischer Volks- und Hauskalender für 1899 p. 4 n. 47—8. 3) Vgl. Kaufmann, Monatsschrift 41, 365 f. Die Grabschrift des bei der Explosion des Pulverthurms Zu Breslau in der Frühe des 21. Juni 1749 getödteten Mannes hat nach dem künstlerisch verzierten Grabdenkmal in Dyhrnfurth Brann a. a. O. 98 veröffentlicht. Die 4. Zeile muß lauten:['יומם יצוה הסח (לרנא) [לדכא לב ולנפ׳ אומלל'. 10*