Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Die Hochschulen in Palästina und Babylon
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 83 (sequence 1)
- Language
- German
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in Mstiira mh aV^lo«. Von ^^nter den zahlreichen Gradmessern, von welchen die Kulturhöhe oder Kulturtiefe eines Volkes einfach abgelesen werden kann, ist keiner zuverlässiger und bewährter als die Schule. Von jeher haben Denker und Dichter mit besonderer Vorliebe die Schule einem Garten verglichen. Gärten und Schulen haben u. A. auch das gemeinsam, daß sie eine belebende Frische ausströmen. Eine Stadt mag noch so großartig und planmäßig erbaut worden sein, wenn sie keine Gärten hat, wird dennoch eine schwüle Atmosphäre über ihren weiten und breiten Straßen lagern; und ein Staat mag noch so groß und mächtig sein, wenn er nicht für Schulen sorgt, muß seine Bevölkerung früher oder später der Verdumpfung und Verdummung anheimfallen. Es kommt indeß dabei nicht allein auf die Zahl der Gärten und Schulen, sondern auch auf deren Größe und Anlage an. Botanische Gärten haben eine ganz andere Bestimmung als Alleen und parkartige Anlagen. Ebenso dienen die Universitäten einem ganz andern Zwecke als die Volks- und Elementarschulen. Demnach wäre es sehr verfehlt, das tiefe Bildungsniveau eines an Analphabeten überreichen Volkes durch die Errichtung von Hochschulen heben zu wollen; denn die Grund- und Unterlage für die Volksbildung ist und bleibt die Volksschule. 6*