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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 59

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Was lehrten die Pharisäer?
Date
1899-01-01
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
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59 Handel und Wandel zu verstehen. Wer darin Treue beobachtet, an dem finden die Menschen Wohlgefallen und es wird ihm angerechnet, als hätte er die ganze Tora erfüllt." ) „ Wohlthätigkeit und Werke der Liebe sind so viel werth, wie alle anderen Gebote der Tora. Eine Wohlthat kann man nur den Lebenden erweisen, Liebe ben Lebenden und Todten, eine Wohlthat nur den Armen, Liebe den Armen und den Reichen, eine Wohlthat mit dem Vermögen, Liebe durch persönliches Thun und mit dem Vermögen."^) „Ihr könnet nicht anhängen dem Ewigen eurem Gotte, es sei denn, daß ihr seinen Eigenschaften anhänget. Wie er barmherzig und gnädig genannt wird, so sei auch du barmherzig und gnädig, so wie er gerecht genannt wird, so sei auch du gerecht, wie er gütig ist gegen alle seine Werke, so sollst du auch gütig sein. "3) „Die beschämt werden und andere nicht beschämen, bh Schmähungen hören und darauf nicht antworten, aus Liebe zu Gott die Gebote erfüllen, die Züchtigungen Gottes mit Freude ertragen, vonihnenheißtesinderSchrift(Lud. 5,31.): „Die ihn lieben, sind wie die Sonne, die in voller Kraft ausgeht"* * * 4 5 6 7). „Wenn ihr.von Gott etwas verlangt, so dürft ihr euch nur auf die Gnade Gottes berufen, denn Moses und David der König von Israel, hätten sich auf ihre Werke berufen können und als sie sich etwas von Gott erbaten, thaten sie es nicht und beriefen sich nur auf die Gnade Gottes".5) „Was du nicht willst, daß man dir thue, das thue auch deinem Nebenmenschen nicht. Das ist der Inbegriff der Tora, b)" „Mit dem Maße, mit dem jemand mißt, wird auch ihm gemessen. "7) *) Mechiltha ed. Friedmann 46 a. 2) Tosefta, Pea4, 19 ff. Man beachte, mit welchem Nachdruck die Forderungen der Gerechtigkeit und Liebe hier hervorgehoben werden. b) Sifrs 85a. Val. Holtzmann, Lehrbuch d. neut. Theol. Bd. I S. 170, A. 3. 4) Barajtba, Schabbath 88 a. 5) Sifr4 70 b. 6) Ausspruch Hillels, Barajtha Schabbath 30 a. 7) Ein in der tannaitischen Agada häufig angewandtes Wort, z. B. Mechiltha. 24 b, 25 b, 32 a, 38 a. 54 b.

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