Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Die Idee der Weltschöpfung
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 39 (sequence 1)
- Language
- German
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ht KelLschöxfMg. Von |. Kteiuthar. haben sich freilich wohl alle Völker, wenn sie nur die Anfänge einer Cultur erworben hatten, die Frage gestellt, wie dieses All, innerhalb dessen sie lebten, und zugleich auch sie selbst, entstanden sein mögen. Aber Jsrael-Juda ist das einzige Volk, das aus diese Frage die Antwort gegeben hat: Gott, der eine Gott, hat die Welt erschaffen. Was in diesem Satze liegt, das ahnen wir natürlich meist nicht, denen derselbe als Kinder-Weisheit vorgesprochen wird. Also jene begabten Völker: Inder, Griechen, Römer, sollten dies nicht gewußt haben! sollten, wenn sie den einen Gott nicht kannten, nicht wenigstens gewußt haben, daß irgend einer der vielen Götter die Welt geschaffen habe! Nein, denn sie hatten den Begriff der Schöpfung nicht, den sie von irgend einem Subject hätten aussagen können, und kannten kein Wesen, welches ihnen durch sein Thun und Sein diesen Begriff hätte eingeben können; kurz, sie waren nicht hellsehend genug, um ein schöpferisches Urwesen zu finden. Natürlich, wer den Gott, Schöpfer des Himmels und der Erden, nicht kennt, was soll der von Erschaffung wissen? Und so weiß er auch eigentlich nichts von Welt. Sondern? Nun, wir wissen ja, was die Griechen hatten, die Väter der Philosophie. Ihnen war die Welt eine Physis, ein ewiges Werden, und zwar der Götter und der Welt zugleich und in einem; und das Werden war ein Zeugen und Gebären der Ding-Götter. Fragt nicht, ob die Götter die Welt, oder