Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 38

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1899-01-01
Page
Seite 38 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3111067-3111070-3111583--0409-3111675
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

38 zwei Litteraturgesellschaften, der „^oliia88at" und die „Tusdhija" dieses Interesse zu wecken, zu fördern und in die richtigen Bahnen zu lenken. Von den Schätzen der neuhebräischen Litteratur wurde durch die Veröffentlichungen des hebräischen Litteraturvereins Mekize Nirdamim auch in diesem Jahreviel Werthvolles. publizirt. Ein besonders wichtiges Unternehmen ist die hebräische Volksbibliothek von Ben Avigdon in Warschau, eine Art hebräischer Reclam, von dem schon viele Hefte vorliegen, die in bunrer Reihe Gedichte, Reiseschilderungen^ Erzählungen, populäre Studien bringen. Einem bisher garnicht beachteten Zweig unseres geistigen Lebens, nämlich den jüdischen Volkskunde, haben die von M. Grunwald herausgegebene Mitteilungen der neu begründeten Gesellschaft: für jüdische Volkskunde in Hamburg die Aufmerksamkeit zugewendet. Es bleiben noch zum Schluß die verschiedenen Jahrbücher und Sammelwerke von Luncz, Horodetzky^ Benamozegh, Brainin, dessen gediegene Monatsschrift jetzt in zwanglosen Heften erscheint, Günzig und Fuchs^ die Publikationen des Gratz College in New-Iork, das> Jahrbuch der Centralkonferenz amerikanischer Rabbiner,, die Kalender und Jahrbücher von Israel Jacobs^ M. Brann, I. B. Brand eis, der österr.-isr. Union, und viele andere zu erwähnen, um das Bild der vielfach wirn durch einander fließenden, immer aber zu einem Gesammtziel. strebenden geistigen Arbeit des Judenthums der Gegenwart nach allen Richtungen hin zu vervollständigen. Dieses Bildist nicht überall ein helles und erfreuliches. Es ruhen oft dunkle Schatten darauf. Aber gleichviel, wir geben die Hoffnung auf das Morgenroth nicht auf. Aus den Litteraturvereinen wird und muß eine Litteraturgemeinde entstehen, die es als ihre heilige Mission erkennen wird, das alte Erbe^ das die Ahnen durch Feuer und Fluthen unversehrt getragen^ auch in dem modernen Kampf der Lirteraturen um ihr Dasein zu erhalten und widerstandsfähig zu machen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.