Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 18)
- Language
- German
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38 zwei Litteraturgesellschaften, der „^oliia88at" und die „Tusdhija" dieses Interesse zu wecken, zu fördern und in die richtigen Bahnen zu lenken. Von den Schätzen der neuhebräischen Litteratur wurde durch die Veröffentlichungen des hebräischen Litteraturvereins Mekize Nirdamim auch in diesem Jahreviel Werthvolles. publizirt. Ein besonders wichtiges Unternehmen ist die hebräische Volksbibliothek von Ben Avigdon in Warschau, eine Art hebräischer Reclam, von dem schon viele Hefte vorliegen, die in bunrer Reihe Gedichte, Reiseschilderungen^ Erzählungen, populäre Studien bringen. Einem bisher garnicht beachteten Zweig unseres geistigen Lebens, nämlich den jüdischen Volkskunde, haben die von M. Grunwald herausgegebene Mitteilungen der neu begründeten Gesellschaft: für jüdische Volkskunde in Hamburg die Aufmerksamkeit zugewendet. Es bleiben noch zum Schluß die verschiedenen Jahrbücher und Sammelwerke von Luncz, Horodetzky^ Benamozegh, Brainin, dessen gediegene Monatsschrift jetzt in zwanglosen Heften erscheint, Günzig und Fuchs^ die Publikationen des Gratz College in New-Iork, das> Jahrbuch der Centralkonferenz amerikanischer Rabbiner,, die Kalender und Jahrbücher von Israel Jacobs^ M. Brann, I. B. Brand eis, der österr.-isr. Union, und viele andere zu erwähnen, um das Bild der vielfach wirn durch einander fließenden, immer aber zu einem Gesammtziel. strebenden geistigen Arbeit des Judenthums der Gegenwart nach allen Richtungen hin zu vervollständigen. Dieses Bildist nicht überall ein helles und erfreuliches. Es ruhen oft dunkle Schatten darauf. Aber gleichviel, wir geben die Hoffnung auf das Morgenroth nicht auf. Aus den Litteraturvereinen wird und muß eine Litteraturgemeinde entstehen, die es als ihre heilige Mission erkennen wird, das alte Erbe^ das die Ahnen durch Feuer und Fluthen unversehrt getragen^ auch in dem modernen Kampf der Lirteraturen um ihr Dasein zu erhalten und widerstandsfähig zu machen.