Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Dichterblut
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 224 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3111067-3111068-3111212--0245-3111473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
224 Draus schöpfen sie Verschlagenheit Und rasche Rathbereitschaft, Der Tücken Mannigfaltigkeit, Die noch den Äsen Leid schafft. In meinem Ohre widerhallt Schon Ragnarökurs Schrecken; Ich seh' die grausen Arme bald Sich auf nach Asgard recken. Des Gegners Kraft und Zauberwehr Wir müssen sie erringen. Denn mehr als Hammer, Schwert und Speer Giebt jener Trank Gelingen. Ist uns der listenreiche Sinn Des Feindes einmal eigen. Dann führt der Kampf uns ewig hin Zu frohem Siegesreigen. . . Zur Hand, ruft Odin, Asathor! Den unfehlbaren Hammer, Die Felsen spalt' und trag' hervor Den Meth aus düstrer Kammer. Doch deinen stolzen Mund mit Macht Zu holdem Lächeln zwinge. Denn eine Riesenmaid bewacht Den Schatz im Zauberringe. Nicht mit des Hammers Allgewalt Läßt Weisheit sich gewinnen: Du sollst in liebender Gestalt Das Quaserblut erminnen." Und nicht mit Mjölnirs Funkelstahl Ward jenes Gut errungen: Der Liebeswonne gold'ner Strahl, Er hat die Wacht bezwungen.