Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Drei Gedichte
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 217 (sequence 2)
- Language
- German
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217 Wer lehrt Dich überall entfalten Dein Banner ohne Scheu und Hehl? Das Wort, voll heiliger Gewalten, Das mächtige: „Schmäh Jisroel", Wer lehrt es Deine Kinder lallen Das Wort, das mächtiger als Erz? Das beste, lieblichste von Allen — Der Mutter frommes, jüdisches Herz! Dies Herz, es hat den Bau gegründet Des Gotteshauses Herrlichkeit, Die Flamme hat es uns entzündet. Die Hände hat es uns geweiht. Die Säulen, die den Prachtbau tragen. Die ihn geschmückt in Stein und Erz, Sie mögen es den Enkeln sagen: Das thut das fromme, jüdische Herz! Dies Herz, ist es nicht unser Erbe, Der Schätze kostbarster Besitz? Seh' jeder denn, daß es nicht sterbe. Daß es verkümmere nicht der Witz! Laßt es uns sein ein mahnend Zeichen In Drang und Qual, in Lust und Schmerz Die Hände uns zum Bunde reichen — Es leb' das alte, jüdische Herz!