Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Die jüdische Gesellschaft Berlins im 18. Jahrhundert
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 215 (sequence 26)
- Language
- German
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215 Schweigen, das auch den Anderen Ruhe zu gebieten schien, begann er mit leiser Stimme: „Wohlan, wir wollen lobsingen Gott und jauchzen dem Fels unseres Heils". Und immer kräftiger wurde sein Gebet, immer lauter sein Jubel; er schien die Welt und ihre Unbilden, die Gegenwart und ihre Plagen vergessen zu haben, als er anstimmte und die Seinen jubelten: „Komm, Geliebter, der Braut entgegen, wir wollen ftoh den Sabbath begrüßen" und als er schloß: So sei uns willkommen, o Sabbath, willkommen. Sei Du uns zum Heil und zum Frieden gekommen. Dich grüßen im Chor die Treuen und Frommen, So laß uns ins freundliche Antlitz Dir blicken. Auch die Knaben vergaßen das Leid, das chnen geschehen war. Der milde Blick des Vaters hatte sie getröstet, das ftohe jubelnde Wort hatte sie dem Elend der Gegenwart entrückt. Sie lebten dem Sabbath und seiner Weihe.