Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Eine unbekannte messianische Bewegung unter den Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 158 (sequence 11)
- Language
- German
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158 weiter zu berichten, bestehe nicht länger, seitdem die Kunde von diesen Vorgängen auch zum Kaiser gedrungen und von ihm keineswegs mit Feindseligkeiten gegen die Juden, sondern eher freundlich.und unter Gunstbezeigungen ausgenommen worden sei. Dann erst, wenn die Bestätigung der Heilsbotschaft von R. Ebjathar eingetroffen sein würde, sollten die Vorbereitungen auf das Erlösungswerk im vollem Umfange ihren Anfang nehmen. Menachem b. Elia schließt damit, daß er selbst bereits entschlossen war nach Kairo zu gehen, daß aber die Streifzüge der deutschen Heere, offenbar der Kreuzfahrer, deren Richtung noch nicht ausgesprochen war, ihn davon zurückhielten. Dem Briefe Menachems scheint auch ein Brief Rabbi Nissin öder Nissim's beigelegen zu haben, der in der gleichen Angelegenheit wohl ebenfalls um Aufschluß sich nach Kairo gewandt haben mochte^). Damit erlischt wie ein schnelles Blitzfeuer in tiefer Nacht unsere Kunde von einem Ereignisse, das die Judenheit Europa's in breiten Schichten aufgewühlt ■ zu haben scheint. Aber selbst der kurze Schein dieses ftüchti gen Lichtes genügt, um die Tragödie des ersten Kreuzzugs in der jüdischen Geschichte in einer neuen noch gespenstischeren Beleuchtung zu zeigen. Es war ein furchtbares Erwachen, das auf den messianischen Traum der Juden in Europa folgen sollte. Statt der Begrüßung mit den so lange ersehnten verlorenen Bruderstämmen brachte das Jahr 1096 das schrecklichste Ereignis seitderZerstörung des Tempels, den Zusammenstoß mit der entmenschten Mordlust der fanatisirten Kreuzfahrer. Statt des Zusammenströmens der Versprengten auf dem Boden der Verheißung sahen sie Völkerfluthen ins heilige Land sich ergießen, die über entvölkerte Judengassen und Tausende jüdischer Leichname ihren Weg nahmen. Die Tenne war voll, die Zeichen hatten nicht gelogen, aber von den Schwaden blutrünstiger Feinde, von einer Horde von Schnittern, die eine Ernte des Todes in Israel gehalten hatten. Es war sicher nicht die erste Bewegung, welche die Hoff- 31 Z. 18 und Jew. Quart, Review IV, 507: nOpD nC’ND ftejl ton Nr, bv wby dhn- So dürfte die so sonst unverständliche Bemerkung: npon Tt t£ü po’j in "to prcion mn b'am zu erklären sein.