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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 142

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Ein Besuch bei den "Leuten der Gasse" in Palma
Date
1898-01-01
Page
142 (sequence 11)
Language
German
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142 glücklichen Klasse wollte in ein Kloster gehen, ein Geistlicher, sonst so zartfühlend, sanft und friedfertig, verwehrte ihr den Eintritt. — Haben nicht die Jünger des S. Ignatius, solange sie das Colleg von Montesion inne hatten, unsere Jugend davon ausgeschlossen? — Wurde nicht in einer Parochie in Palma ein Priester aus meiner Klasse nur unter der Bedingung zugelassen, daß er nicht den Altarchor betrete? — Hat man mich nicht selbst, als ich mich um ein Amt bewarb, zurückgewiesen wegen des Namens, den ich trage? — Es ist nicht möglich, all das zu beschreiben, was die Geistlichen aus der Klasse gelitten, welche Demüthigungen und Zurücksetzungen sie zu ertragen hatten. Ein Bischof erwiderte, als man von ihm verlangte, Jünglinge aus der Klasse zu ordiniren: ich habe es nie gethan, ich werde es auch ferner nicht thun, weil es mir das Gewissen verbietet. Und die Mönche verbrannten eine Kanzel, weil sie ein Priester aus der Klasse bestiegen hatte. So begreift man, wenn der größte Theil meiner Vorgänger im geistlichen Amt dem Wahnsinn verfiel, wie Joch Aguilü, oder schwindsüchtig wurde, wie D. Miguel Taronji; ein weiser Priester von musterhafter Führung starb an der Abzehrung nach einer bitteren Existenz voll schrecklicher seelischer Leiden, ein Opfer des Vorurtheils. D. Jgnacio Cortss, ein Priester von großer Tugend, ein Mann der Wissenschaft, verbannte sich freiwillig aus Mallorka und ging nach Mexiko, um bei den Indianern Trost, Liebe und Brüderlichkeit zu finden, die chm seine Heimach verweigert hatte. D. Joch Pomar, ein Pfarrer von Tenerifa wurde in Palma nicht zur Predigt zugelassen und mußte wieder nach den canarischen Inseln zurückkehren". Neben Taronji standen auch Leute aus dem Volke auf, Gewerbetreibende und Handwerker, die gegen Maura öffentlich Protest einlegten; „nicht wer predigt, sondern was gepredigt wird, sei zu fragen, und ob der Prediger seine eigenen Worte erfülle?" Gleicherweise stellte der Lüroulv catölico öffentliche Fragen. „Wenn Maura meint, das Vorurtheil könne nur mit der Zeit, langsam und allmählig an Boden verlieren, heißt das nicht wie die Metaphysiker sagen: die Zeit ist nichts anderes als die Aufeinanderfolge der Handlungen und

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