Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Alexanders Zug nach dem Lebensquell
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 109 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Alexanders Zug nach dem Kedensqnell. Eine Episode aus dem Alexanderroman. Von August Wünsche. Züge Alexanders des Großen durch Asien und das nordöstliche Afrika fesselten die Phantasie des Alterthums wie des Mittelalters der Art, daß die farbenprächtigsten Märchengebilde entstanden, in denen der mächtige Held nicht nur als ein furchtbarer Völkerbezwinger erscheint, sondern auch als ein Ordner niedergetretener Rechtsverhältnisse und Förderer menschlicher Wohlfahrt. Im Koran in der 18. Sure wird Alexander geradezu als ein von Gott auserkorener Herrscher geschildert, der seine Croberungszüge im Aufträge des Höchsten vollbringt und die Mission hat. Recht und Gerechtigkeit in der Welt herzustellen und, das Böse zu bestrafen. Alle Völker und Nationen beinahe haben einen Alexanderroman aufzuweisen, und wenn auch die meisten mittelalterlichen Bearbeitungen die im neunten Jahrhunderte von Julius Valerius veranstaltete freie lateinische Uebersetznng des Pseudo-Kallisthencs zur Grundlage haben, so hat doch die dichtende Sage immer neue Legenden um das Haupt des genialen Feldhcrrn gewunden, die ihn in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Zu den schönsten und zugleich tiefsinnigsten Episoden des Alexanderromans gehört ohne Zweifel der sagenhafte Zug des kühnen Macedoniers nach dem Lebensquell im Lande der Finsterniß. Nicht alle Bearbeitungen berichten die Episode,