Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Aus einer Tischrede am Szeder-Abend
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 108 (sequence 8)
- Language
- German
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108 sich zusammenhängenden Geiste göttlicher Offenbarung einer sittlichen Weltordnung erfüllt. Und diese ist es ja, die wir auch heute Abend feiern; mit Recht sagt unsere Hagada: „Jedermann ist verpflichtet, sich selbst zu betrachten, als ob er aus Aegypten gezogen wäre". Jeder wahre, jeder rechte und echte Jude weiß, fühlt und erlebt das in seinem Gemüthe; ja, wir sind aus Aegypten, auch wir, die wir hier den Auszug feiern; denn der Gott, der unsere Väter herausgeführt, als Gott in der Geschichte sich ihnen offenbart hat, ist unser Gott; und der Geist, der in unfern Vätern den Zusammenhang mit den Urvätern bewahrte, ist auch unser Geist, wir sollen ihn hegen und weiter vererben, dann schafft er fort und fort in uns die innere Freiheit und zeigt und deutet uns die Berufung, welche der wahre Athem unseres Lebens ist.