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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1898-01-01 · [1] (1898) · p. 101

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
[1] (1898)
Article
Aus einer Tischrede am Szeder-Abend
Date
1898-01-01
Page
101 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Ans einer Tischrede am Kxeder-Adend von M. Lazarus. Das Judenthum beruht außer seinem dogmatischen (theologischen) und sittlichen Gehalt aus Geschichte; aber es hat nicht blos, es ist Geschichte; nicht Geschichte, die man blos erzählt oder beschreibt, sondern Geschichte, die man erlebt und lebt, Judenthum ist historische Wirklichkeit. Jude sein heißt deshalb in der lebendigen Geschichte des Judenthums stehen, sie mit erleben; ein guter Jude aber ist derjenige, der diese Geschichte mit Innigkeit und Hingebung miterlebt, dem die Erhaltung und Erhebung, die Ehre und die Würde, der Fortbestand und die Fortbildung des Judenthums am Herzen liegt. Glücklich derjenige, der dazu milwirken kann; die Pflicht eines Jeden aber ist es, sich als ein lebendiges Glied der Gemeinschaft zu fühlen, ihr Schicksal als eigenstes Erlebniß zu empsinden. Deshalb haben auch alle Feste des Judenthums historische Bedeutung, und mit tiefer Einsicht haben die Rabbinen alle als r\$"rb *ot betrachtet, d. h. an das historische Hauptereigniß, an die Gründung des Volkes angeknüpst. Die Feste waren früher und sind in der Bibel noch ausdrücklich bezeichnet als Naturseste, also als solche, welche die großen Naturereignisse im rollenden Jahre feiern. Naturfeste sind religiös, weil sie den Blick vom äußeren Vorgang in der Natur aufs Innere lenken, die Endlichkeits-

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