Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- [1] (1898)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 20 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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20 interessanten Versuch, den Einfluß der Bibel auf die deutsche Poesie nachzuweisen, hat A. Bi ach durch eine Studie über biblische Sprache und Motive bei Wieland ergänzt. Von dem Kanon zu den Apokryphen übergehend, haben wir zunächst einen großen und wichtigen Fund zu verzeichnen. Man hatte nämlich im Orient einen großen Theil des hebräischen Originals des Buches Sirach gefunden, das bisher nur in griechischer Uebersetzung bekannt war und das man deshalb wiederholt auf Grund der erhaltenen Version zu rekonstruiren versucht hat. Die gefundenen Blätter haben A. E. Cowley und Adolf Neubauer in einer mustergiltigen Ausgabe edirt, die alles enthält, sowohl den Text Wie eine englische Uebersetzung, eine ausführliche Einleitung, den Nachweis über die in der talmudischen wie rabbinischen Literatur zerstreuten, dem Buche Sirach aber entnommenen Sprüche sowie die syrisch-griechische und lateinische Uebersetzung. Der wichtige Fund, der hoffentlich noch ergänzt werden wird, führt uns von selbst aus dem Kreis der biblischen auf die Spuren der rabbinischen Literatur, die im abgelaufenen Jahr einen ganzen Schatz von solchen Funden aufzuweisen hat. In der Genizah der alten Synagoge zu Kairo, die den Namen Esra's, des Schriftgelehrten, trägt und ein authentisches Register besitzt, das sich über mehr als 1000 Jahre erstreckt, hat S. Schechter eine Fülle von Fragmenten, die er selbst auf etwa 40 000 schätzt, in diesem Jahre gefunden. Die genaue Untersuchung ist erst begonnen worden und es wird noch geraume Zeit vergehen, ehe ein weiterer geschweige denn vollständiger Bericht möglich sein wird. Aber schon heute kann gesagt werden, daß alle Zweige der Wissenschaft des Judenthums dann eine wesentliche Bereicherung erfahren werden. Den größten Theil des Inhalts der Fragmente bilden Bibelmauuskripte und liturgische Schriften. Auch das Fragment des Sirach-Buches stammt aus dieser Quelle. Was die Liturgie anbelangt, so bietet nach des glücklichen Finders Mittheilungen jene Sammlung die ältesten Formen des Gortes-