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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 166

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Der Glaube des Ungläubigen
Date
1928-01-01
Page
166 (sequence 3)
Language
German
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Bemerkungen Glaube an den Sinn und die Hoffnung jüdischen Fortlebens, ist zu einem 6ehr großen, zu einem entscheidenden Teil sein Werk. Die Dankbarkeit bleibt, auch wenn die Wege sich trennten: mag nun der Helfer oder der Geleitete von der früheren Richtung abgewichen sein. Über den Zusammenbruch jener kurzen Modeströmung, die sich jüdische Jugendbewegung nannte, hinweg, über den bornierten Widerstand des schimpfenden und spottenden Bildungsphilisters, über die Rechtgläubigkeit seines eigenen Kreises und über seine eigene Wendung zur Tradition hinweg gilt dieser Gruß eines Zurückblickenden. Siegmund Kaznelson Verwandtes Durch die Schriften Martin Bubers, hauptsächlich durch seine deutschen Ausgaben der Chassidischen Legenden, ist mir im Laufe der letzten zehn Jahre eine wirkliche Bereicherung zuteil geworden. Die mir durch Buber erschlossene Seite des Judentums, eben die chassidische, hat mit der Welt meiner religiösen Herkunft, der pietistischen, so viel Verwandtes, daß ich mich schon beim ersten Kennenlernen in ihr ganz heimatlich fühlen konnte. Die christliche Mystik, das indische Vedanta und der Chassidismus sind die drei Reiche hoher Frömmigkeit, in denen ich meinen eigenen Glauben in den verschiedenen Phasen meines Lebens am innigsten bestätigt fand. Hermann Hesse Über Buber Von den Drei Reden über das Judentum bis zu den Chassidischen Geschichten umfaßt und deutet Martin Buber eine tief in sich geschlossene, in sich vom Ungeheuersten bewegte Welt, die jüdische. Ich war manchmal daran, auf immer neue Wiederholungen des Versuches zu verzichten, von außen diese Welt der Wirklichkeitsfülle, der geheimnisvollen Bindungen, der tragischen Disharmonien zu begreifen. Buber machte diesen Verzicht unmöglich, er kam meinem innersten Wunsch nach einem positiven Verhältnis zum Judentum zu Hilfe. Er zeigt den Ort, der dieser jüdischen Welt im Kosmos gewiesen ist. Er stellt sich in den Dienst der großen Urkunden, deren Reihe auch durch das unerhörte, blendendste Ereignis der Geistesgeschichte, das sie zum Plane Gottes erweitert, nicht als abgeschlossen betrachtet werden soll. Aus aller Viel« bezüglichkeit des Schriftstellers und des Zeitgenossen tritt Martin Buber immer deutlicher mit dem geprägten Werk seiner Sprache hervor, dessen Strenge ich gleichwie seine unermeßliche Freiheit bewundere und dessen prophetischen Sinn ich zu verspüren glaube. Alfons Paquet Briefe Chaim Weizmanns Die folgenden Briefe Weizmanns, die uns zur Veröffentlichung überlassen wurden, stammen aus der Zeit des inneren Kampfes im Zionismus wegen des Uganda-Projektes. Buber, Feiwel und Weizmann standen damals in Opposition zu Herzl und versuchten, mit allen Mitteln das Ostafrika-Projekt zu Fall zu bringen. Ferner beschäftigten sie sich mit dem Plan der jüdischen Hochschule, der Veranstaltung von jüdischen Kursen und mit der Vorbereitung der Zeitschrift „Der Jude*'. (Näheres über diese Zeit siehe in dem Aufsatz von Hans Kohn in dem vorliegenden Heft.) Wir geben die Briefe des damals kaum Dreißigjährigen mit einigen Kürzungen, sonst aber un- 166

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