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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 154

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Aus Einsamkeit in Einsamkeit
Date
1928-01-01
Page
154 (sequence 3)
Language
German
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Martin Buber neuen einsamkeitsarmen Treiben vielsamer Welt darf das Volk des einsamen Zeugnisses auf diesen mächtigen steinernen Ruf aus Einsamkeit in Einsamkeit nicht verzichten. Und wird nicht verzichten . . . Seid nicht kleinmütig! Noch lebt die Gnade des Ur-Einsamen über Israel . . . MARTIN BUBER „2,eben$ftämmtgftett" (Aus einem Briefe) Vorbemerkung des Herausgebers: In der von Prof. Julius Goldstein herausgegebenen Zweimonatsschrift „Der Morgen" haben Dr. Jacob und Wilhelm Michel „Prinzipielle Bemerkungen zu einer zionistischen Schrift" (nämlich zu dem Buche „Zionistische Politik" von Hans Kohn und Robert Weltsch) veröffentlicht. Die Zeitschrift gab dann im nächsten Heft (Nr. 6) Erwiderungen der Angegriffenen, Kohn und Weltsch, Raum und schloß die Erörterung mit einer Duplik von Wilhelm Michel. Die Zuschriften von Kohn und Weltsch befaßten sich vor allem mit Michels Bewertung der Assimilation. Michel hatte in seinem ersten Aufsatz u. a. geschrieben: „Der jüdische Nationalismus streitet der Assimilation die Idee ab. Als ob das keine Idee wäre, was sich als ebenso erstgeborene Tendenz neben die Tendenz zur radikalen Verdichtung stellt, nämlich die Tendenz zum gegenwärtigen wirklichen Leben, zur Teilnahme an Umwelt und Mitwelt, diese große Tendenz, der sich kein Geschöpf entzieht, sofern es überhaupt Leben in sich hat, weil sie ganz einfach zu seiner Wirklichkeit gehört . . . All dies heißt . . ., daß die Assimilationsbewegung in ihrem Kern Lebensfrömmigkeit ist . . ." Auf eine Anzweiflung dieser Einschätzung der Assimilation als „Lebensfrömmigkeit" in der erwähnten Polemik schreibt Michel in seinem Schlußwort nochmals: „Assimilation ist Lebensfunktion schlechthin und eben dadurch ideenhaft. Wie soll man es anders nennen als Lebensfrömmigkeit, wenn ein Geschöpf sich in die Bedingungen seines Daseins schickt, wenn es sich in seine Ordnung stellt, und die Sonne anerkennt, die über ihm ist?" In einem Briefwechsel, der an diese Polemik anknüpfte, hat Buber seine Meinung über die wichtige Frage ausgesprochen. Ich habe Buber um die Genehmigung gebeten, die Teile seines Briefes, die zu der Auffassung Wilhelm Michels Stellung nehmen, zu veröffentlichen. So ist es zu erklären, daß in diesem Hefte, das Buber gewidmet ist, auch er selbst — zu unserer Freude — zu Worte kommt. R. W. . . . Mit der „Lebensfrönimigkeit" verhält es sich anders, als Wilhelm Michel meint. Sie braucht heim Kind gewiß nur einfältig zu sein; heim erwachsenen Menschen ist sie immer zwiefältig oder es ist nicht die rechte Frömmigkeit. Frömmigkeit zum Hier ist nicht die rechte ohne Frömmigkeit zum Dort, die zu dem, was ist, nicht 154

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