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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Zum Problem der jüdischen öffentlichen Meinung
Date
1928-01-01
Page
50 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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J. L. Magnes der „Habima", daß sich bei deren Moskauer Aufführung des „Golem66 folgendes ereignet habe: auf die Schlußfrage des hellsichtigen Narren Tanchum: „Mi jazil?", „Wer rettet?" (d. h.: wer kommt als Erlöser?) antwortete die Menge wie aus einem Munde: „Anachnu! Anachnu!'\ „Wir! Wir!'4 JUDA L. MAGNES 2LI Har Hajop^tm Ich muß gestehen: Nicht alles, was ich von Buber lesen wollte, habe ich schon gelesen. Man spart sich oft Kostbares auf morgen auf. Ich blättere jetzt seine „Chassidischen Schriften" durch und das „Geleitwort" scheint mir Tiefes und Wahres zu enthalten. Ich erinnere mich, schon 1907 einer Freundin ein Exemplar der „Geschichten des Rabbi Nachman" geschenkt zu haben. Dann las ich seine „Drei Reden über das Judentum". Ich sah, daß er sich ernsthaft mit dem Problem der Religion, des Nationalismus, des Judentums und Christentums beschäftigte. Ich fragte mich aber, ob ich es hier nicht mit etwas nur Literarischem zu tun hätte, vielleicht mit einer modernen Pose. Er hatte damals noch nicht gesagt, was wir heute von ihm wissen: „Die Lehre ist da zum Lernen, der Weg zum Gehen." Dann fiel mir das schön gedruckte Büchlein „Daniel" in die Hände: Ich habe es zu Ende gelesen und — nicht verstanden. Dann kam eine Chanukkahrede während des Krieges — sie war für mich eine große Enttäuschung. Ich lauschte über den Ozean, um von einem Lehrer des Judentums ein wirklich religiöses Wort zu hören, ein Wort, das auch während des Blutvergießens sich unzweideutig gegen das Blutvergießen wendete und au dessus de la melee wäre. Warum glaubte ich nur, Buber würde dieses große Wort sprechen? Kurz, ich nahm mir vor, nichts mehr von ihm zu lesen, ebenso wie von all den Lehrern, die während des Krieges versagten. Was ich später über seine Stellung zur Araberfrage hörte, interessierte mich zwar. Ich habe mich aber damit kaum näher beschäftigen wollen. Das alles aber werde ich jetzt nachholen, nachdem ich Buber im letzten Frühjahr in Jerusalem persönlich kennen gelernt und gesprochen habe. Seit jenen Gesprächen hege ich ernsthaft den Wunsch, Buber in Jerusalem — etwa an der Universität —- wirkend zu sehen. Auf dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft. Denn das ist es ja, was in Jerusalem, im Lande Israels, im Osten gesucht wird — Erneuerung, Vertiefung der Religion. Hier ist der Boden bereitet für dieses Werk. Hier fließen die 50

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