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Der Jude · 1928-01-01 · 1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag · p. 41

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Journal
Der Jude
Volume
10 (1928)
Issue
1 (1928) Sonderheft zu Martin Bubers fünfzigstem Geburtstag
Article
Zionismus als unendliche Aufgabe
Date
1928-01-01
Page
41 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Zionismus als unendliche Aufgabe Sehnsucht, für die Zion nicht nur Repatriierung, sondern Erlösung, Geulah, bedeutet, die — bewußt oder unbewußt — mehr als ein nationales Ziel, die eine Befreiung aus den Nöten der Kreatur, eine Wiederherstellung der wahren Weltordnung zum Gegenstand hat, sie ist es, die den Zionismus zu einem Aufschrei und zu einer Tat werden ließ. In jedem Zionisten, mag er noch so aufgeklärt und rationalistisch tun, ja in jedem dumpf dahinlebenden Juden ist etwas von dieser Sehnsucht. Wir können sie nicht beschwören, wenn nicht ein zentrales Ereignis sie zur Flamme auflodern läßt. Aber wir können und müssen, ganz bescheiden, uns in den Geschichtsprozeß des Volkes und seine Teleologie einzugliedern versuchen. Das ist ein Bewußtseinsvorgang, der Zeit braucht, und der heute sich nicht einmal mehr ganz deckt mit dem fest abgesteckten Parteibezirk des empirischen Zionismus; obwohl in der Idee Zionismus vielleicht nicht mehr und nicht weniger ist als gerade dieses (und alles andere, Hillel zu variieren, nur der „Kommentar"), In diesem Eingliedern in einen lebendig hinfließenden Strom des Judentums, in dieser jüdischen Besinnung auf menschliche Werte, in diesem Streben zu einem Maß, das unser individuelles und kollektives Handeln, auch unseren Nationalismus, unter ein sittliches Gesetz stellt, in dieser langsamen dornigen und glückvollen Entdeckungsfahrt zu einer jüdischen Wirklichheit — haben wir Einen, der uns lehrt und leitet. ERNST SIMON ^ttnt Problem aet fuötfdjett offentUdjen Meinung (Vorbereitende Skizze einer größeren Arbeit) 1. Wir wollen unter „öffentlicher Meinung64 alle Arten von Äußerungen verstehen, die auf eine Aktualität reagieren oder einzuwirken beabsichtigen und nicht lediglich Äußerungen eines Eirezelnen bleiben, mögen sie es auch ursprünglich gewesen sein. Diese Begriffsbestimmung macht bereits klar, daß die öffentliche Meinung alle möglichen Formen annehmen kann und tatsächlich auch angenommen hat. Im alten Griechenland der kleinen Stadtstaaten war sie mit der Jurisdiktion und beinahe auch mit der Regierungsexekutive und der Strafgewalt so gut wie identisch: Sokrates ist von ihr hingerichtet worden. Im Cäsarischen Rom gaben ihr die Selbstherrscher ein Ventil im Zirkus, wo das Volk sein Recht auf Meinungsäußerung ausüben konnte, das seinen politischen Körperschaften längst genommen war. Im mittelalterlichen 41

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