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Der Jude · 1925-01-01 · 4 (1927) Sonderheft Judentum und Christentum · p. 66

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Journal
Der Jude
Volume
9 (1925-1927)
Issue
4 (1927) Sonderheft Judentum und Christentum
Article
Das jüdische Gesetz
Date
1925-01-01
Page
66 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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A. S. Steinberg gerufen wird, dankt Gott, „der uns seine Thora gegeben und damit ewiges Leben in unsere Mitte gepflanzt hat". Nicht aus den Lehrbüchern psychoanalytischer Schulen wird diese Wahrheit erkannt, sie bewährt sich aber in unserem Leben. Sie gibt uns auch unsere Ruhe gegenüber der Kritik am Judentum, die in diesen Blättern zum Ausdruck gekommen ist. Leiblich und geistig gilt für unsere geschichtliche Ewigkeit und deshalb auch für uns die göttliche Verheißung, die der Prophet Jeremia verkündet hat: „So spricht Er, der die Sonne zum Lichte des Tages eingesetzt hat, die Gesetze des Mondes und der Sterne zum Lichte in der Nacht, der das Meer aufregt, daß seine Wellen toben, der Ewige der Heerscharen: Wenn diese Gesetze vor mir weichen, dann wird auch der Same Israels aufhören, ein Volk vor mir zu sein alle Tage". A. S. STEINBERG 3Boftofetosftd unD Da* Juntntxxm i. Der überwiegenden Mehrheit der Leser und Verehrer von Dostojewski scheint die Frage nach dem Verhältnis des großen russischen Dichterphilosophen zum Judentum und zu den Geschicken des jüdischen Volkes keine besonderen Schwierigkeiten zu bieten. Ist es nicht schon auf den ersten Blick offenbar, daß uns in der Person Dostojewskis ein ausgesprochener Judenhasser, ein „Antisemit" ordinärster Observanz, entgegentritt, wie man ihn in der Literatur aller Völker und Länder dutzendweise antrifft? Haben wir es hier nicht mit einem Einzelfall der sattsam bekannten traurigen Regel zu tun? — Diese durchaus plausibel erscheinende Antwort, die man sowohl von jüdischen wie von nichtjüdischen Lesern Dostojewskis so oft zu hören bekommt, wurde, wenigstens für den russischen Leserkreis, dadurch gleichsam kanonisiert, daß der bekannte russisch-jüdische Kritiker A. G. Gornfeld ihr in der russischen „Jewrejskaja Enzyklopädia" auch literarisch Ausdruck verlieh: „Dostojewski, Feodor Michailowitsch, der berühmte russische Schriftsteller,44 lautet die präzise Definition von Gornfeld, „ist einer der bedeutendsten Vertreter des russischen Antisemitismus". „In seinen Strafreden gegen das Judentum", heißt es ein paar Zeilen weiter, „sind weder ernstere Beweisgründe noch überhaupt irgendwelche originelle Gedankengänge zu entdecken; es ist ein durch und durch banaler Antisemitismus". Wäre dem so, behielten Gornfeld und das große Leserpublikum recht, wäre der Dichter der „Brüder Karamasoff" in der Tat nichts 66

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